Neuer Kommentar zum formalen Umgang der BPjM mit „Wolfenstein“ und Co.

Im VDVC-Forum: ‚(…): stimmen tut lediglich, dass die BPjM selber keine „Kennzeichen“ prüft, sondern etwa eben nur die genannten „Propagandamittel“. Siehe im (Online-)Bundesanzeiger etwa die BPjM-„Bekanntmachung Nr. 10/2013“ – mit dem Verweis auf die „Entscheidung Nr. 8939 (V) vom 7. Oktober 2009, bekannt gemacht im Bundesanzeiger Nr. 164 vom 30. Oktober 2009 (Listenteil B)“ bei „Wolfenstein“: beschlagnahmt war dieses „Wolfenstein“ da afaik noch lange nicht (geschah in meiner Erinnerung erst Anfang 2010).

Die Äußerung, zu der sich die Meier da hinreißen hat lassen, ist jedoch in jedem Fall eine Spitzfindigkeit sondergleichen: taucht NS-Propaganda in Videospielen auf, etwa in Form von historischen Plakaten, Liedern, Hitlerreden usw., wird immer noch ein Handlungsbedarf gesehen werden. Deshalb geht es da, bei den Propagandamitteln, auch nicht um Interpretation – wie ob etwas dafür gehalten wird, oder nicht. Wobei die BPjM mittels Dekontextalisierung wohl immer auch eine Affirmation feststellen kann… Und auch 2009 wird das mit den Propagandamitteln schon so gewesen sein, ungeachtet der Gewaltdarstellung (und deren Verbot), oder ob im damals vorhandenen Multiplayer – frei nach Schulze von Glaßer aka „Michi“ – „für“ oder „gegen“ wen Gewalt ausgeübt wird und dadurch gerechtfertigt erscheint, oder nicht https://www.youtube.com/watch?v=GdzS3djpYlg . Mehr noch wird natürlich ebenfalls relevant sein, wie Gerichte bereits in der Vergangenheit entschieden haben und sich die BPjM auch daran orientieren (müssen)…
Das was die BPjM da nur tut, ist, halt wegen dem Auftrag im Jugendschutzgesetz, die Existenz von Runen, Swastikas usw. eher zu ignorieren, wenn sie zum Beispiel auf Propagandamittel (mit) dargestellt werden. An der Feststellung derselben wird das aber ebenso wenig ändern, wie an der Einschätzung eines Spielinhalts, oder ob ein ganzes Spiel (oder einzelne Facetten daraus – wie wenn im Multiplayer performativ mehr als eine Seite gespielt wird) gleich selber als „Propagandamittel“ wahrgenommen wird.
Das macht im Übrigen die Explikation von Inhalten nicht ganz so einfach wie sich das hier vielleicht so vorgestellt wird http://vdvc.de/forum/viewtopic.php?f=79&t=1996&start=30 ich denke etwa an das Horst-Wessel-Lied, da gerade historisch bekannte Propgandamittel demnach auch explizit vorhanden sein können ohne dass ein diesen entsprechender, politischer Hintergrund vorliegt – als Sachverhalte, also “Fakten”: beim Theater oder in der Filmproduktion wäre das in etwa auch der Unterschied zwischen Props und Devotionalien – ein Unterschied der sich nicht nur darin erschöpft, ob etwas “authentisch” ist oder wirkt. Es geht nur immer wieder um das Bezeichnete und die Bezeichnenden.‘

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