Warum nicht „EA Sports International Soccer 16“?

Im Lichte der gestrigen Ereignisse erscheint die für heute erwartete Ankündigung von „FIFA 16“ mehr als ungünstig – es stellt sich die Frage wie wichtig oder wertvoll die Marke „FIFA“ für Videospiele eigentlich ist. Wohl gemerkt die Game-Franchise – nicht die dazugehörigen Lizenzen: als die jährlichen „FIFA“-Videospiele vor über zwanzig Jahren erstmals an den Start gingen, gab es auch hierzulande noch den Zusatz „International Soccer“ – als Electronic Arts 2010 noch keine UFC-Lizenz hatte „EA Sports MMA“, und nicht zuletzt „Tiger Woods“ wurde nach fast fünfzehn Jahren als Patron ihrer Golfspiele mittlerweile langsam aber sicher auch entfernt: zunächst mit dem „Masters“-Schriftzug vor „PGA Tour 12“, und nach der letztjährigen Pause beim aktuellen Titel schließlich gleich mit „Rory McIlroy“, einem neuen Werbeträger ähnlich Lionel Messi bei „FIFA“ in den letzten Jahren (ab „FIFA Street“ und „FIFA 13“ 2012).

Kommentar vom 29. Mai: ‚So politisch erfreulich die Implementierung ist, und aufwändig sie vielleicht auch war: dass der Frauenfußball als Feature, selbst per Trailer, als einzige Neuerung verkauft wird, sollte doch nachdenklich stimmen. So hätte ich mir zumindest eine Anpassung der deutschen Bundesliga, oder der Primera División, an die letztjährige Premier League (mit allen Stadien usw.) gewünscht – und als damals in „NBA Street“ WNBA-Frauen dazukamen, war das oft nicht einmal eine Randnotiz wert.‘ 30. Mai: ‚(…) Und ich habe jedenfalls noch nirgendwo gelesen, dass hier jemand behauptet hätte, „Frauenteams“ wären ein „Problem“
Alter und biologisches Geschlecht reicht anscheinend nur nicht, um als „erwachsener Mann“ zu gelten. Da gehört anscheinend auch ein dementsprechend normatives, „reifes“ Verhalten und Zustimmung zur PR-Maßnahme dazu
Bemerkenswert bloß, dass ich vermeintlich „unter Frauen“ zumindest wesentlich weniger Forderungen wie „benehmt Euch wie erwachsene Frauen“, oder Vereinnahmungen à la „wir als Frauen“ wahrnehme. Scheint eine Sache der „Virilität“ zu sein, „Geschlechtsgenossen“ dermaßen zu beurteilen die eine andere Meinung vertreten. (…) Die Ankündigung von „FIFA 15“ hat sich auch nicht auf ein Feature allein bezogen. Da gabs die „Premier League“, den neuen Rasen usw. Aber mal angenommen der hier öfter geforderte Hallenmodus wäre das gewesen,

auch das wäre zweifellos mehr aufgefallen. Nur: mich freuen die paar Frauenteams ja sehr. Ich sage auch: endlich!
Andere wollen „FIFA“ dafür nicht dermaßen politisch instrumentalisiert sehen, und das ist ihr gutes Recht – ohne deshalb gleich als misogyn oder „unreif“ zu gelten. Dieser inszenierte Geschlechterkampf ist peinlich
Und indem es sie nur eingeschränkt gibt, bleiben Frauen in „FIFA“ so oder so marginalisiert. Ähnlich wie die europäischen Teams beim exklusiv männlichen „NBA 2K“: ein extra WM-Modus für Frauen wurde etwa nicht angekündigt, die Frauen-Nationalmannschaften können auch nur untereinander antreten.
Zumal dieser Trailer am Vortag released wurde, an dem Blatter trotz der Verhaftungen zum vierten Mal wiedergewählt worden ist.

(…) Zweifellos „sexistischem Müll“ wird redaktionell doch ohnehin Relevanz eingeräumt – in jedem Fall Platz gegeben: wenn Autoren repräsentativ „als Männer“ auftreten, in unzähligen Clickbaiting-Artikeln „Gewaltspiele“ als Mord und Totschlag einer Öffentlichkeit näher gebracht werden, einseitige Verschwörungstheorien zu „Gamer“ und „Hass“ aufgestellt beschrieben, jegliche Sexualität jenseits repräsentativer Normen als „unreif“ verständnisbefreit bleibt, Games politisch fast jedes Mal als „rückständig mit Nachholbedarf“ gezeigt – anders als bei positiven Nachrichten wie hier damit sogar die Startseite beglückt werden darf, usw. usf.: kurzum der hiesige Alltag los ist – jede andere Meinung systematisch ausgegrenzt, herabgewürdigt erscheint.‘

2. Juni – wieder vornehmlich Repräsentationsanliegen in der Berichterstattung. Diesmal bei einem mehr als erwartbaren Meinungsartikel: ‚Frauen + FIFA sollte eine Selbstverständlichkeit sein, keine (zusätzliche) Marketing-Sensation: und ein „verheerendes Bild“ zeichnen vielmehr solche Texte mitsamt ihren konstruierten Verallgemeinerungen, denn, wie schon geschrieben wurde, könnte über manche Tribünen im realen Fußball ähnliche Eindrücke über dessen Publikum entstehen, worauf dann in der „Community“ vermutlich wieder ein gewisser Herr Godwin bemüht werden würde. Das Problem sind vielmehr derlei normierte „Bilder“, welche ein Journalismus wie dieser vorstellig macht: schließlich könnte jener „16“-Trailer, der ausschließlich Frauen im Spiel zum Thema macht, mit roten Fingernägeln und aktuell als „das schöne Spiel“ beworben wird – sogar unter sexistische Werbung fallen und als solche verstanden werden: als EA zuletzt bei „UFC“ erstmals Frauen integriert hat, wurde dies nicht für PR aufgewendet – vermutlich weil da wieder das Gewaltthema dazwischen stand, auch das letzte „NBA Street“ vor nunmehr vielen Jahren fiele erneut ein

Simone de Beauvoir

Ich hoffte zumindest die Aufklärung wäre hier wenigstens soweit fortgeschritten, dass Kenntnisse darüber bestehen dass es eben nicht unbedingt zwei Geschlechter gibt. Aber anscheinend geht es wirklich immer nur um die Inszenierung eines Biokampfes mit entsprechenden Parolen, samt Solidarität als patriarchalem Grundinteresse, das über Frauen und deren Darstellung gewissermaßen „wacht“ – was nicht als „reif“ oder „vollwertig“ gilt wird systematisch ausgegrenzt und mit angenehm repräsentativen Verhüllungsgeboten besetzt. Und ähnlich normiert soll diesbezüglich auch der Humor „objektifiziert“ werden – auf Stereotpye wie übermäßigem Alkoholkonsum rundenweis reduziert.‘

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