„Please Stand By“

So. Morgen, in etwas mehr als sechzehn Stunden, ist es nun endlich soweit: die Jahre des Wartens sind vorbei. Wie Bethesda Game Studios mit einer Teaser-Seite, auf die ihre Homepage komplett umgestellt wurde, im altbekannten Design unmissverständlich klar macht, wird „Fallout 4“ um 16:00 MESZ endlich angekündigt werden. Spannend wird vor allem, für welche Plattformen das vemutlich in einem postapokalyptischen Boston angesiedelte Spiel noch erscheint: nachdem es in der Gerüchteküche bis vor einiger Zeit hieß, dass bei einem Release Ende 2015 auch Last-Gen weiterhin beliefert werden soll. Mittlerweile haben Sony und Microsoft die PS3 und 360 aber schon soweit eingemottet, dass ich das für nur mehr unwahrscheinlich halte – doch soll ein Code den Last-Gen-Release bereits bestätigt haben. Konsolen-Affinität hin oder her, die Entscheidung dürfte mittlerweile erfahrungsgemäß auch davon abhängen, wie breit die Zielgruppe (und damit Systemanforderungen) am PC sein sollen: so erschien vor kurzem eine „zweite“ Version von „Dark Souls II“ auf Steam, auf Basis des jüngsten Release einer Art GOTY für PS4 und One, ein altes 32-bit-„Sleeping Dogs“ wird äquivalent dort gar nicht mehr verkauft… „Fallout 4“ so oder so das Spiel werden, ob als Herausforderer oder nicht, das – wie der dritte Teil, „Skyrim“ und „Oblivion“ davor – die Messlatten der Ausdrucksform im komplexeren Big-Budget/Prestige-Bereich höher legen oder erst erreichen muss: von „Dragon Age“/“Mass Effect“ bis „The Witcher 3“, zwischen „Wasteland 2“, „Pillars of Eternity“, „Divinity – Original Sin“, „Torment“ und der gerade gestarteten Kampagne für „The Bard’s Tale IV“.

Als letztes Spiel des Studios wurde am 11. Dezember 2010 der fünfte Teil der „Elder Scrolls“-Reihe, „Skyrim“, im Rahmen einer Fernsehshow, angekündigt. Seit dessen Release im darauffolgenden Jahr wird über „Fallout 4“ spekuliert: bei „Skyrim“ trat Max von Sydow als unter anderem Erzähler auf (hörbar oben). Für „Fallout 3“ soll dereinst Bill Clinton die Rolle des an HAL 9000 erinnernden „Präsidenten“ John Henry Eden abgelehnt haben, die später von Malcolm McDowell (Caligula) eindrucksvoll gesprochen wurde. Auch Liam Neeson (Schindlers Liste) war damals (2008) Teil des Castings seines Celebrity-Voice-Over: spätestens seit „Morrowind“ 2002 sind Spiele des Studios Industrie-Gradmesser und Garanten für kommende Entwicklungen in der Videospiel-Branche, auch abseits der (offline) Rollenspiel-Genres oder überhaupt von Videospielen – wenn man an den überraschenden Erfolg des ähnlich gelagerten „Game of Thrones“, der Fernsehserie, denkt. Inhaltlich, das hat nicht zuletzt das deutlich andere „Wasteland 2“ gezeigt (auf dessen Vorgänger das ursprüngliche „Fallout“ basierte), verbindet die „Fallout“-Franchise dissonante Reflexionen über nukleare Abschreckung, alienierte Ghule und Supermutanten, mit Consumerism-Persiflage und materieller Nostalgie in einem „Blade Runner“ mit Doris Day verbindenden, retrofuturistischen Design – als quasi eine Mischung aus „The Jetsons“ und „GTA“, das heißt ist über die Jahre deutlich weniger ernst als vergleichbare Genre-Titel geworden: so entwickelte Obsidian bis 2010 auch „New Vegas“, in dem etwa der reale „Mr. Vegas“, Wayne Newton, als Radiomoderator sich selbst parodierte. Während „Fallout 3“ noch vor „Skyrim“ bewiesen hat, dass nicht nur „Call of Duty“ und „GTA“ als Multiplattform-Titel auf Anhieb hohe Verkaufszahlen erreichen können (Wired 2008).

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