E3 2015: Bethesda – die Kür vor der Pflicht

Fast könnte gemeint werden dass das schönste am diesjährigen Reigen schon vorbei war bevor der alljährliche Konferenzmarathon überhaupt noch begonnen hat. Nachdem Gametrailers von Viacom an Defy verkauft wurde wird Geoff Keighley in wenigen Minuten übrigens erstmals bei Google die alljährliche Gaming-Mondlandung präsentieren.
Denn auch wenn hierzulande allerorts noch immer behauptet wird, Bethesda wäre erst morgen Früh MESZ dran, ist ihre Show bereits lange vorbei: erstmals präsentierte sich der aufstrebende Konzern wie die anderen großen, inklusive Mobile-Offensive. Alles in allem eine ziemlich beeindruckende Geschichte. Schulnote: A.

Und wenn man bedenkt wie sich Konami noch immer blamiert hat (früher auf der E3, nicht heute im Alltag), so erstaunte gerade das hohe Maß an Professionalität durchwegs: für die Moderation abseits der Bühne wurde sogar das alte G4-Duo Sessler/Webb verpflichtet, das seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr zusammengearbeitet hat, sowie einmal mehr deutlich machte welches Engagement in der heutigen Gaming-Presselandschaft so alles fehlt.
Das erstmals gezeigte „Doom“ wirkte dabei etwas seltsam auf mich – in den gestellt wirkenden Szenen anfangs ein wenig wie ein Rail-Shooter, mit all seinem Gore zwischen Casino-Geklimper herabfallender Gesundheit und Munition. Die potentielle Shooter-Wollmilchsau mit einem zugänglichen Editor als eindeutigem Highlight: es wurde offenbar alles versucht um ein altes Spielgefühl wiederherzustellen, dabei aber dann doch nicht retro zu wirken (wie zuletzt doch etwas bei „Wolfenstein“). Eine Herausforderung der etwas anderen Art erwartet da auch die USK samt Indizierungskriterien der BPjM in Deutschland, denn auch wenn es offiziell „nur“ gegen Dämonen geht – das Maß an visualisierter „Gewalt“, oder sollte ich besser sagen „Violenz“, könnte derart massiert doch zuviel des Bösen sein.
Eine halbe Stunde wurde sich schließlich Zeit genommen um Todd Howard die Gelegenheit zu geben, sich, sein Studio und sein Werk zu erklären: seit 2009 sei „Fallout 4“ in Entwicklung. Die Arbeiten wären unmittelbar nach dem Release des dritten Teils aufgenommen wurden – böse Zungen könnten jetzt behaupten: „das sieht man“, vor allem manche NPC-Modelle wirkten eher beschämend. Anders als beinahe parallel bei HBO wird dennoch jedenfalls niemand fordern Abbitte zu leisten: der Hund sah etwa auch schon deutlich besser aus als noch im Trailer, um die Schnauze herum hatte er sogar richtig Haare. Keine Frage: „Fallout 4“ wird ein ganz heller Stern am Gaming-Firmament werden. „Minecraft“- und Tower Defense-Anleihen hin oder her: mutmaßlich noch mehr leuchten als „Skyrim“, auch wenn die Handlung nebulös blieb und seine eigentliche Strahlkraft deshalb noch etwas verborgen – sucht man nun 200 Jahre später als Mann nach seiner Frau, respektive als Frau nach ihrem Mann, oder nicht. Und ob derlei Heteronormativität, selbst im Fifties-Satirekleid, nicht wieder problematisiert werden wird, usw. usf.

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