„Nieder mit den Wasserweibern und Sumpfschrullen!“ Neue Kommentare zur E3 2015 (und dem Fetisch Weiblichkeit)

Wieder beim Standard: ‚Na ja: ich hatte zumindest den positiven Eindruck, dass Protagonistinnen mittlerweile mehr als eine Selbstverständlichkeit denn als ein Hindernis für den kommerziellen Aspekt wahrgenommen werden. Bei Madden ihre Existenz nicht als Sensation verkauft.
In einem „Fallout“ ist es aufgrund von Genre-Konventionen schon eher undenkbar, keine Frau spielen zu können – eher die normative Ehe das Problem. DH+AC unklare Anhängsel
Fraglich, welches Bild von „Weiblichkeit“ damit transportiert wird: in Hinblick auf Nachahmungen traditioneller Männerrollen usw. Gerade Sarkeesian hat sich etwa oft gegen diesen Typus von Stärke und Kraft gestellt – was mir hier trotz aller Sympathie irgendwie aber noch nie berücksichtigt wurde
Sicher wird diesen Frauenfiguren so oder so applaudiert werden, aber auch nur dann wenn sie keine sexuelle Dimension als Verführerinnen etc. aufweisen. Und die Frage danach wie hier „starke Frauen“ als „Objekt“ repräsentiert werden sollen, wird natürlich auch wieder nicht gestellt.
(…)
Der Artikel suggeriert zudem, dass Soldatinnen, Fußballerinnen und Football-Spielerinnen irgendwie gleichermaßen Stärke symbolisieren würden. Also was etwa in einem anderen Diskurs „kritisch“ befunden wird soll hier plötzlich gut und richtig sein, nur
weil es den Ausdruck von Frauen betrifft: ich sage es sind, wenn überhaupt, kleine Schritte. Starke Rollen könnten auch andere Fälle sein: jemand kämpft sich nach einem Schlaganfall durchs Leben, oder wird nach Jahrzehnten in einer partnerschaftlichen Beziehung plötzlich für eine jüngere Person verlassen und schafft es trotz schlechter Vorzeichen ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben sich erst aufzubauen
Man könnte auch eine Putzfrau während einer lateinamerikanischen Revolution spielen. Da gerade solche Geschichten aber immer noch mariginalisiert werden, egal ob geschlechtsspezifisch oder nicht, ist diese vorgebliche Mär von der angeblichen Games-Verbreiterung wegen der ganzen Casual-Welle und Facebook-Gen so unerträglich illusorisch‘

Stichwort „Frauenpower“: ziemlich „kompetent“ können auch weibliche Monster sein – in der deutschen Übertragung von „The Witcher 3“ zum Beispiel die sogenannten „Wasserweiber“, welche in einer (noch) „stärkeren“ Variation scheinbar auch als „Sumpfschrullen“ auftreten – zu sehen etwa in diesem „Let’s play“-Video. Da gewinnt das so gern bemühte Subjekt-Objekt-Verhältnis gleich eine ganz andere Bedeutung und würden Videospiele bei gleicher „Kritik“ (erneut) auf die Ebene „Gewalt gegen Frauen“ zurückgeworfen werden. Wobei: zu einer Zurückdrängung des Einflusses eines Faktors von Geschlecht führt das alles ja sowieso nicht.

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