Neue Kommentare zur Sichtbarkeit von „Krieg“ und Spiel

Bei „Der Krieg als Vater aller Computerspiele“: ‚Hinter Figuren wie Clausewitz und schon in der Antike hat Krieg nur wenig mit Spiel, sondern vielmehr mit Gefühlsstrenge, Gehorsam, Arbeit, Pflichterfüllung und Treue zu Staatskonzepten zu tun gehabt. Während etwa das Theater als Schauspiel vom Alltag strikt begrenzt war, wobei die Gemeinsamkeiten zwischen Gamification und militärischer Indoktrination heute (auch) in ihren jeweiligen Normierungen liegen, wie einer Reduktion von Menschen auf Zahlen.
Und was bedingt „Kritik“ und Protest: doch weniger militärische Handlungen als vielmehr deren Begleiterscheinungen, die euphemistisch „Kollateralschäden“.

(…)

Der Artikel, und vermutlich die gesamte Konferenz, fragt auch nicht danach was „Spiel“ eigentlich bedeuten kann. Welche Implikation Narration gerade bei Games hat. Auch bei Kategorien wie „Krieg“ oder dem in seiner Bedeutung verschlechterten Unterhaltungsbegriff –
Genauso bei den Zusammenhängen zwischen Militär und Sport – bis hin zur österreichischen Sporthilfe heute noch, dem Bundesheer und weiterhin autoritären Figuren wie Peter Schröcksnadel. „Kriegsspiele“ auf theoretische Planungen oder Vorbilder zu reduzieren greift dabei in jedem Fall zu kurz

(…) der Zweck dieser Planungen lag nicht im Spiel, sondern in der nützlichen Vorbereitung und dem Erkenntnisgewinn etwaiger Chancen. Als (vorgeblich) aufgeklärte Variante antiker Orakel: ihr beschaulicher Grund war Ordnungsliebe. Der „Krieg“ wollte bestimmt und eingegrenzt werden.
Während das moderne Tabletop und Games vielmehr Metaphern für diese Interessen sind, ihr Grund in keinem Training für Gewalthandlungen liegt – das höchstens unterstellt wird. Es ist nur so, dass sie konkreter als ältere Brettspiele wie Schach sind, oder anders als zivilisatorisch akzeptierter Sport ihre Herkunft weniger verbergen. Und solange die Säulen etablierter Literalität auf solchen Konferenzen nicht in Frage gestellt werden, die Anerkennung dieses Werts verweigert.‘

Nachtrag: im deutschen Bundestag wurde letztes Jahr die Förderung von Schach mit einer ähnlich körper- und bewegungspolitisch motivierten Begründung in Frage gestellt (und kurzfristig abgelehnt – beim Deutschen Olympischen Sportbund wurde später wieder anders entschieden), wie sie häufig auch gegen Videospiele (als Sport) vorgebracht wird.

Update 22. Juni – Replik: ‚Das erinnert mich an jene die negative

Gefühle gegen das Medium Video hegen, weil damit irgendwo auf der Welt etwa Hinrichtungen transportiert wurden. Was kann bitte die Ausdrucksform für deren Missbrauch?
Genauso gut könnten (andere) Schriften abgelehnt werden, weil diese ebenfalls missbräuchlich verwendet wurden oder damit auch Verbrechen vorbereitet. Exakt derlei normatives Denken das populistisch-problematische: ähnlich die offenkundigen Vorbehalte gegen „Egoshooter“ – vielmehr sollte endlich einmal in Frage gestellt werden was „Schießen“ im Rahmen von derlei Erzählungen eigentlich bedeuten kann. Deduktionen die nichts anderes als selbstreferentiell in Bezug auf eine normative eigene „Kultur“, Gutem, Schönen und Gemeinschaftlichen anderes ausgrenzen, helfen nicht weiter.‘

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