Neues zur Hetze gegen sexuell Benachteiligte

Tweets wie dieser hier symbolisieren die Bereitschaft der Schwarm“intelligenz“ auf „sozialen“ Medien wie Facebook und Twitter immer neue Feindbilder zu entwickeln. Egal ob das jetzt ein Feminismus ist, oder es vermeintlich gegenteilig die in jeder Form oft genommenen „perversen Widerlinge“ sind, durch die Erfindung immer neuer zu exkludierender Gruppen wird die Ablehnung unerwünschter Verhaltensweisen, Fantasien und (politischer) Ideen mittels eines gemeinschaftlichen „Wir“ zementiert.
Das hat den Vorteil, dass sich in der Folge mit einzelnen Fehlverhalten gar nicht mehr beschäftigt werden braucht, sondern – ganz vereinsmäßig – einfach auf die gesetzten Statuten verwiesen werden kann – stehen die Ausgegrenzten erstmal fest. Anstatt dass derlei Lokalitäten für mehr Leute geöffnet werden, indem zum Beispiel in Bars auch andere Sitzgelegenheiten geschaffen werden – damit sich mehr Menschen dort hinhocken können, be- und verhindern „Ansagen“ wie diese das nicht nur weiterhin, sondern sorgen auch dafür, dass Einschränkungen und Einschüchterungen noch ausgeweitet werden. Allesamt Normierungen, mit denen sich diese „Gesellschaft“ selbst unfreier und bornierter macht, mit repräsentativen Konstitutionen eigenhändig zukleistert und von allem das anders ist abgrenzt. In erster Linie Arroganz erzeugt, eine Überheblichkeit die Heuchelei zu einer ganz wesentlichen Eigenschaft gestaltet hat, und mit ihr andere Verstellung ebenso wie die allgemeine Korruption dieses Neuen Biedermeiers als neue Tugend (ver)birgt.

Und über entsprechende körperliche und geistige Bestimmungen sollen diese Orte als Gemeinplätze dann auch noch nur mehr eigenen Gesinnungsgemeinschaften vorenthalten bleiben, sogar indem sich die Sprache über jeweilige Sexualität und deren angeblich einseitige Eigenschaften stellt – wie immer wenn über „Männer“, „Frauen“, deren vorgebliche Interessen und Identitäten normiert geredet wird: nichts ist dort Spiel, keine Situation performativ, sondern alles starre Vorgaben die eine Subordination bedingen – noch dazu stets mutmaßlich biologistisch konnotiert, denn danach wie Geschlechter so überhaupt definiert werden angesichts jener Autoritäten sowieso besser gleich gar nicht gefragt.
Dasselbe gilt für die Verknüpfung mit anderen zwischenmenschlichen Bindungen, Verbundenheit aus Ehe, „Freundschaft“, temporären Beziehungen: nicht nur der Kategorie Geschlecht, sondern auch Alter, Status, Vermögen etc. Es kommt nicht von ungefähr, dass unerwünschte Verhalten häufig mit Unreife assoziiert werden, oder unliebsame Personen im Internet als „Trolle“ entmenschlicht.
Was soll ein „Pickup Artist“ eigentlich sein, weshalb wird solidarisch suggeriert dass das ein problematischer „Mann“ wäre, wie könnte jemand der wenigstens vorgibt doch an „Frauen“ interessiert zu sein diese dennoch „verachten“ usw. – die Störung: wenn ich jemanden verachte, dann meide ich ihn und nähere mich nicht noch freiwillig. Das gilt im Subjekt-Objekt-Verhältnis für (konkrete) Personen genauso wie für (abstrakte) Gegenstände. Und bedarf alles andere als einer „Objektifizierung“ oder ähnlicher Floskeln, hinter denen der eigene Hass und Furor dieses widerwärtigen Geschlechterkampfes, anderer Ausdruck gegen jegliches Anderssein, sich so gerne versteckt.

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