Neue Kommentare zu Sozialität und „NSFW“ als Arbeitsplatzuntauglichkeit

Drei Repliken: ‚Stimme dahingehend zu, dass es um die Beziehung ginge. Wobei aber der gemeinte „NSFW“-Begriff auf „Sicherheit“ und nicht „Tauglichkeit“
abstellt. Der Gebrauch dieses Begriffes gleich wenig zu leugnen wie dass auf Arbeitsplätzen für gewöhnlich alles eingeschränkt und/oder abgewogen wird was Produktivität verhindert – doch dieser Begriff zielt meist nur auf sexuelle Inhalte ab, er wird auch in der Videospielpresse so und nicht anders verwendet, und meint etwa keine (anderen) Gewaltdarstellungen, tritt nachweislich auch nicht als Warnung dafür auf, transportiert deshalb ein eindeutig puritanisches Erbe – wenn etwa schon davon ausgegangen wird, dass diese andere „Gewalt“ nicht ähnlich zu behandeln wäre. Da gäbe es viele Gründe über „Amerikanisierung“ zu sprechen, zum Beispiel verweist „NSFW“ oft nur auf jene Formen von Nacktheit die hierzulande weitgehend unproblematisch sind.
(…)
Als Idealist finde ich sollte jeder Mensch dafür eintreten können was jeweilig gefällt –
nicht heimlich oder verstohlen „Neigungen“ nachgegangen werden brauchen, oder diese gleich „therapiert“ werden sollen. Das kennzeichnet auch eine (zunehmend wieder) unfreie(re) Gesellschaft, die dementsprechende Bindungen trotzdem oder vielleicht gerade deshalb eingeht, um sich so sicherer fühlen zu dürfen.
Zudem suggeriert eine (biologische) Teilung der Geschlechter, dass Frauen derlei Interessen nicht haben könnten – indem sie à la ZDF-„Nachtstudio“ Volker Panzer „Porno“ zum „Männerproblem“ erklärt. Doch werden die Gründe für die große Popularität der Tubes, trotz deren minderwertigen Charakter als Werbung, auch darin liegen, dass sie relative Anonymität garantieren und anders als Rechnungen nicht konkret vorm Scheidungsrichter landen.
(…)
Ich wüsste auch nicht wo selbst ein durchschnittlicher „Pornofilm“ unanständiger wäre als ein Elaborat von Helga Rabl-Stadler, oder ein weiteres Plädoyer „für Entschleunigung“ von Rüdiger Safranski, vor allem während in Traiskirchen Kinder auf der Straße schlafen.
Aber Hauptsache diese Themen werden „genutzt“ um sich gegenseitig hochzuschaukeln und mit vermeintlich amüsanten Standardsätzen zu bewerfen. Diesem „Standard“. Denn gefragt wie überreguliert und von den Interessen einzelner Konzerne beherrscht YouTube und Co. eigentlich sind, dass so ein Videomitschnitt nur mehr in den vermeintlich dunklen Ecken des Internet Bestand haben kann, wird sich dabei natürlich ebenfalls nicht.‘

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