Vermeintliches und Laborbedingungen

Beim Standard, „Kritik“: ‚Diese Berichterstattung
tut nichts anderes als sich selbst zu desavouieren, indem sie „Realität“ gegen Fantasie auszuspielen versucht, neue Normen von Vollwertigkeit zu konstruieren sucht. Oder was soll da nicht „hyper-“ oder übersexualisiert sein?
So finde ich die neuen „Tomb Raider“-Modelle (aus 2013, „Definitive“ und „Rise“) sexuell wesentlich attraktiver als die alten Plastikwesen aus den Neunziger und Nullerjahren. Was derlei Artikel und „empirische“ Umfragen tun ist nichts anderes als Sexualität zu normieren, indem sie etwa sagen dass nur ein ganz bestimmter Körperbau sexuell attraktiv wäre, nur bestimmte (vermeintlich aufreizende) Kleidung anziehend, dafür prädestiniert „Sexobjekte“ darzustellen usw. Nur weil eine Mehrheit das womöglich genauso sieht…‘

Zwei Repliken: ‚“Game of Thrones“ hat diese Skandalisierungen teilweise schon
hinter sich: spätestens wer die letzte Staffel gesehen hat weiß, dass dort bei Sexszenen die Bettdecken mittlerweile à la „Dallas“ bis unters Kinn gezogen werden. Anderes gleich völlig ausgeblendet wurde, weil es mit Gewalt assoziiert war. Die einzige neue sexuelle Nacktheit von Frauen für die noch Platz zu sein scheint stammt von Statistinnen am Rande, manchmal verirrte sich ein opportuner Männerhintern, und die einzige nackte Frau aus dem Main Cast war am Ende alles andere als sexuell konnotiert. Mit einem nackten Feigenblatt als Ausnahme: Carice van Houten, die ihre Verführungsszenen aber auch immer gleich anlegt. Auch dort gilt mittlerweile: Sex ist eher böse und Sache böser Menschen, wie Hexen ^^ Sogar der Zwerg ist abstinent geworden.
(…)
Leider
wird bei diesen oberflächlichen Aburteilen auch nicht berücksichtigt, dass sich Sexualität ebenfalls nicht unbedingt in Freizügigkeit äußern braucht. Gerade schwitzende Männerkörper dürften erst hinter ihren dicken Rüstungen einigen Reiz entwickeln.
Sicher gibt es daneben auch die Jünglinge in leichtem Leder, diese repräsentieren dafür wieder eine andere gewünschte Facette, nämlich Sanftheit, während das harte Metall in den Stahlrüstungen eher Phalli darstellt. Derlei empirische Vorurteile berücksichtigen das alles nicht. Und sogar gleichgeschlechtliche Fantasien sind dabei durchaus feststellbar: so richten sich mit einiger Begründung Klassiker wie Minami Ozaki auch nicht unbedingt an homosexuelle Männer, sondern eher heterosexuelle Frauen.‘

Und zum ganzen Sexismus in „Halo 3“. Paper: ‚“Three (…) accounts were created and assigned to a respective experimental manipulation: control, male, and female. The control condition simply played in matches (…) as one normally would; however, this condition did not use the real-time voice
channel to communicate with other players, and as a result, was not further analyzed here. For the male and female manipulations, the researchers also played in the matches as expected, but also developed a list of roughly a dozen phrases that were recorded separately by a male and female voice“ – Evolutionstheorie, ähnlich manipulativ der Artikel: kein Wort darüber wie „Männer“ und „Frauen“ da, mit oder ohne Datenschutz, überhaupt ausgemacht, identifiziert werden sollen. Etwa kompliziert und nachträglich, hinzu kommen oft viele Gäste. Dann das Vorurteil höherer Stimmen: habe selbst oft eine solche und mich noch nie wie ein „Mann“ gefühlt. Zuletzt in „Call of Duty“, spontane Freude über Diversität am Server – waren aber eher kleine Buben…‘

Eine Replik: ‚Der Artikel (und derlei Experimente) möchten wohl vor allem suggerieren, dass Sexismen ein Zeichen von Schwäche wären, das Leistungsfähige und Erfolgreiche zumindest weniger betrifft. Nur etwas ist,
das von außen in deren heile Welt eindringt. Und das erinnert mich an den Umgang mit Rassismus im US-Fernsehen der Achtziger Jahre, vor allem in der Cosby Show: wer auf sich achtet, nicht zu viele Salamibrote isst, einen netten Umgang pflegt, höflich und zuvorkommend auftritt, dazu noch eine gute Schulbildung genossen hat – mit Aussicht auf eine erfüllende Berufstätigkeit, hat Rassismus quasi „nicht nötig“.
Weder als Täter, noch als Opfer. Der findet dann überhaupt nicht statt, kann völlig ausgeblendet werden usw.
Ähnlich das Narrativ in diesem Journalismus und solcher Empirie: praktisch nicht viel mehr als ein simpler Fingerzeig, ein Bashing „böser“, unerwünschter Menschen – zur Legitimation von deren Ausgrenzung. Und sozialen Abgrenzung.‘

Drei Ergänzungen: ‚Welche Logik?
Weder im Paper noch diesem Artikel steht auch nur irgendwas darüber wie derlei Geschlechter überhaupt bestimmt werden sollen – so dass sie auch nur ansatzweise stimmen würden
Außer vorgeblicher Solidarität und „Egalität“. Im Gegenteil wird meine „Meinung“ da am allerwenigsten zählen, wenn von A bis Z Menschen schon dermaßen durchbestimmt worden sind: und klar werde ich da dazugezählt werden, weil ich etwa – rein äußerlich und angezogen – den darin vorgestellten Klischees entsprechen werde
Was haften bleibt sind stereotype Bilder – sowohl über „Sexisten“, als auch Männer und Frauen allgemein. Der Vorwurf man bräuchte sich doch „nicht angegriffen fühlen“, könnte bei Betroffenen deshalb kaum mehr ins Leere laufen – um Hintergründe auszublenden
(…)
Ad absurdum führt die „Studie“ eher, dass es im Multiplayer von „Halo 3“ eigentlich sowieso nur männliche Repräsentationen gibt. Erst „Halo – Reach“ führte weibliche Avatare ein.
Wenn das Erscheinungsbild etwa ein Kriterium für Zuschreibungen einer bipolaren Geschlechterordnung in Form von männlich/weiblich wäre – was es in dem Fall so ja nicht einmal sein kann… Aber das kommt davon, wenn empirische Arbeiten die eigentlichen Spielinhalte scheinbar erfolgreich konsequent ausblenden und JournalistInnen diesen auf soziale Verhaltensweisen reduzierten Unsinn dann bereitwillig komplett unkritisch verbreiten, andere Wissenschaft im schlimmsten Fall darauf noch baut.
(…)
Das ließe sich dann so interpretieren, dass von Frauen mehr erwartet werden würde als von Männern (also positive Diskriminierung). Das, diese veränderte Erwartungshaltung bei der Wahrnehmung von Frauen im Spiel – %uell inklusive Element der Überraschung -, wäre dann aber wieder eine ganz andere Interpretation – hier geht es doch um misogynen Hass, der folglich allein als Sexismus verstanden wird (auch im Papier, Rede von Drohungen usw. als „vile“, abwertende Bezeichnungen), auf schwächere (männliche) Spieler bezogen. Und über die Einleitung im Papier (Gender Equality etc.) ergeben sich diese anderen Punkte dabei auch nicht. Das Interesse politischer Instrumentalisierung und den Vorwurf eines politischen Missbrauchs entkräftet das keineswegs‘

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