GOG.com: D&D-Anteil der „Gold Box“-Titel teilweise neu veröffentlicht

Fehlt eigentlich nur noch eine „Wizardry“-Sammlung: geballte westliche Computerrollenspiel-Geschichte gibt es jetzt auf GOG.com zu bestaunen. Offenbar in Kooperation mit Hasbro ist es gelungen zumindest die „Forgotten Realms“ als Marke dort jetzt komplett anbieten zu können – inklusive diverser Begleitbücher in Form von MS-DOS-Aufbereitungen aus den Achtziger und Neunziger Jahren, für alle drei aktuellen Computer-Betriebssysteme: Windows, Mac und Linux. Auffallend: mit dem SSI-Label wird dafür nicht geworben, und als Entwickler wird zwar nicht Hasbro, aber neben den Originalfirmen auch „GOG Ltd.“ angegeben.
Aufgeteilt werden die insgesamt dreizehn Spiele dabei in drei „Archiven“ – leider ziemlich seltsam: so befindet sich im ersten „nur“ die „Eye of the Beholder“-Trilogie von Westwood, also die Vorläufer von „Lands of Lore“. Westwood ging später zusammen mit den eigenen Marken an Electronic Arts.
Während das dritte „Archiv“ ausschließlich aus den Nachzüglern „Dungeon Hack“ (1993) und „Menzoberranzan“ (1994) besteht. Das Gros der Klassiker befindet sich hingegen mit acht Spielen im zweiten neu geschnürten Paket, unter anderem natürlich mit dem ersten „Pool of Radiance“. „Ravenloft“ und andere Titel außerhalb der „Forgotten Realms“ befinden sich nicht darunter.

Abzuwarten bleibt deshalb, ob dieser Release aus den „Vergessenen Reichen“ noch um andere aus der Zeit und dem Umfeld, oder darüber hinaus, ergänzt wird. Ausständig ist neben älteren „Wizardry“-Spielen (die letzten drei erschienen von Gamepot und Night Dive schon neu auf Steam) etwa auch ein Re-Release von „Dungeon Master“ (die Rechte der FTL-Klassiker lagen zuletzt wohl bei Interplay).
Seit Mai erschienen auch einige „Star Trek“-Spiele auf GOG.com, allerdings nur solche von Interplay und etwa keine von MicroProse, gehört bereits seit der „Star Trek“-Lizenzierung Mitte der Neunziger ebenfalls Hasbro, oder Activision (hatten um 2000 „Star Trek“-Titel entwickeln lassen).
Die Rechtelage bei älteren Computerspielen ist teilweise sehr kompliziert: das neue Angebot könnte deshalb auch in Zusammenhang mit einer größeren Wiederbelebung von „Dungeons & Dragons“ durch Hasbro stehen, wonach etwa ein neuer groß angelegter Kinofilm in Planung wäre. Variety berichtete jedenfalls Anfang des Monats, dass ein langjähriger Rechtsstreit zwischen Warner, Hasbro und Sweetpea, einer Firma von Courtney Solomon, beigelegt wurde. Solomon ist gewissermaßen das obskure Mastermind hinter den viel geschmähten alten D&D-Filmen gewesen und könnte wohl eine der merkwürdigsten Erfolgsgeschichten Hollywoods erzählen: so gelang es ihm offenbar Ende der Neunziger aus unerfindlichen Gründen, das heißt noch vor der ersten Fantasy-Kinowelle durch „Harry Potter“ und „Der Herr der Ringe“, zu überzeugen in die Rollenspielmarke zu investieren. Heraus kam schließlich der legendäre Flop mit Jeremy Irons – auf welchen in den letzten fünfzehn Jahren zwei Fortsetzungen für den Videomarkt folgten: die erste (2005) wurde unter der Regie von Gerry Lively noch von Solomon produziert – die blutig-erotische Low-Budget-Verfilmung von „The Book of Vile Darkness“ (2012), wieder unter der Regie von Lively, nicht mehr.

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