Neuer Kommentar zu Feminist Frequency

Beim Standard: ‚Das mit ihr Inhalte und Ästhetiken, sowie damit einhergehend auch normabweichende Sexualitäten, abgelehnt werden, die einer Mehrheit ebenfalls nicht passen oder gefallen, sagt etwa schon sehr viel über sie aus: und das beginnt bereits bei ihrem Video
über die „Manic Pixie Dream Girl“-Fantasie, in dem sie Männer die auf Hilfe angewiesen sind angreift – die selbstbestimmt-vollwertige Frauen nicht stellen bräuchten –
Als zentrales Problem der Videospielindustrie würde ich etwa sehen, dass es dort nicht nur so gut wie kaum Frauen in Führungspositionen großer Konzerne gibt, sondern auch bei den Kreativen kaum Entscheiderinnen – nicht mal Preise für Frauen. Dennoch „kritisiert“ sie das so gut wie gar nicht, scheint das überhaupt nicht zu interessieren. Es wird sich offensichtlich schon zufrieden gegeben, wenn die Männer die weiterhin das sagen haben sich gönnerhaft mit ihr für solidarisch erklären – was auch immer das zu bedeuten hat, denn letzten Endes zementiert das auch nur deren Macht,…

… nebst ihrer Verhüllungs-, Kleidungs- und Verhaltensgebote. Auf reaktionäre
Rollenbilder wie bei Nintendo und Co. aufmerksam zu machen währenddessen eigentlich ohnehin Selbstläufer. Und letzten Endes geschieht damit nur eines: die weitergehende Ausgrenzung aller die, anders als sie, keine Stimme haben – wie jener unreifer Kellerkinder. Als Ergebnis ureigener Täter-Opfer-Umkehrungen, Deutungshoheiten, Zuschreibungen von „Realität“ und halt auch „Wirklichkeit“. Und diese überaus einseitigen Wahrheitspredigten sind auch das was Sarkeesian mit (anderen) antifeministischen Youtubern gemein hat, sowie der kleine Alltag zwischen Medien, Kunst und Unterhaltung mit der großen Weltpolitik wie dem Ukraine“bild“ und der (Anti-)Migration. Siehe Georg Seesslens besonnenen Kommentar im Februar http://www.taz.de/!5020743/Nachlese.

Und in Retrospektive: ‚Ich habe noch nie gewusst was ein „Troll“ überhaupt sein soll. Gehören für mich in den Fantasy-Bereich: wenn jemand ein Problem mit mir hat, soll das offen
ausgesprochen werden – und mich bitte nicht dermaßen, oder anders, titulieren. Dieses Gerede begünstigt auch nur die Anonymität
Wie die Atmosphäre „einer Umkleidekabine für junge Burschen“ ist, weiß ich zwar nicht und kann ich glaub ich nicht wissen, offenbar hat Sarkeesian da mehr Erfahrungen, aber wie sie „Männer“ und „Frauen“ überhaupt definiert – und damit Körperbilder – ist mir weiterhin auch unklar. Dafür steht fest, dass ich mich als Mensch mit Behinderung von ihr und einem sie unterstützenden Journalismus massiv diskriminiert fühle – wie berechtigt ihre sexuellen Vorwürfe auch immer sein mögen. Stereotype zu übertragen, ob bei Unreife oder in „Umkleidekabinen“, tut wie Hass einfach nicht gut: Täter-Opfer-Umkehrungen ebenfalls nicht.‘

Replik auf neuerliche Pauschalisiserung eines Standard-MAs: ‚Dieser Umkehrschluss ist als würden Asylwerber zu Kriminellen gemacht, Obdachlose als selbstverschuldete Alkoholkranke zu diffamieren gesucht. Nur weil es sich bei der betroffenen Agitatorin offenbar (auch) um ein Opfer einer dieser Gruppen handelt –
Sarkeesians Arbeit betrifft die Darstellung von Frauen in (unter anderem) Videospielen. Ich habe von „Feindbilder Unreifer und Zurückgebliebener“ gesprochen, welche vor allem dann konstruiert werden, wenn sie in ihren Videos deren (Auto-)Sexualität und Fantasien mit Hilfe ihrer ureigenen Realismen angreift, aber auch wenn sie zum Beispiel behauptet dass „vollwertige“ Frauen Männer nicht helfen sollten (Manic Pixie Dream Girls).
Auf das alles wird natürlich nicht eingegangen und es gibt überhaupt keinen Grund, vom einem oder anderem auf „sexistische Männer“ zu schließen – aber genau diese bestimmende Zuschreibung von Gruppen, diese Täter-Opfer-Umkehrung, meinte ich. Vorwürfe und Folgen nicht zu trennen, dazwischen nichts zu unterscheiden…‘

31. August: ‚Nein, das ist kein „erheblicher Unterschied“ sondern unterstreicht bloß die Doppelmoral des Ganzen. Die Herabwürdigung des Anderen.
Das ist so wie zu sagen: ok, Ihr spielt da etwas, oder wollt was spielen. Doch nun kommt die Frage nach dessen Inhalt. Danach, was das eigentlich wäre was da gespielt wird. Also das „aber“ und das „seht her wie das ist“, und dann kommt eine ganze Litanei an Vorwürfen gegen Fantasien usw. Alle unter dem Deckmantel eines Realismus und garniert mit Ideen über vollwertige Leben, Körper und Verhaltensweisen. Ästhetik, Triebe, Geschmack und Empfinden problematisierend. Am Ende zu sagen: „ihr müsst selber wissen ob ihr das wollt“ ist da bestenfalls zynisch.
Manfred Spitzer sprach in diesem Zusammenhang auch von Umweltverschmutzung. Und außen vor bleibt jegliche Frage nach der Modalität dieser „Kritik“ welche S. und Co. diesbezüglich vorstellen.
(…)
Wissen Sie was? Es gibt da keine Daten. Pathologisierende Schmähreden sind nur Teile des danach strebenden naturalistischen Weltbildes, das auch der Unterschied zwischen den normiert-empörten Ideen im Ressort hier, und drüben bei der (traditionellen)
Kulturberichterstattung. Es geht um die Interpretation von Inhalten und Meinungen darüber: schön wäre es, würden sich S. und Co. tatsächlich um die quantitative Unterrepräsentation von Frauen in der Gamesbranche kümmern, aber genau das geschieht ja gar nicht.
So kann höchstens mit irgendwelchen Umfragen operiert werden, wie zuletzt jene unsägliche der Komikerin Burch (Colonial Marines). Wo die gewaltdarstellenden Videos mit ihrem Bruder, dem Autor von „Borderlands 2“, mindestens so angegangen werden könnten wie in Deutschland früher die „Killerspiele“.
Das Problem vielmehr ein gewisser Berufszynismus, wenn es um Obszönitäten geht. Spätestens seit dem Interview von ZDF-„mona lisa“ mit der deutschen Games-Journalisten Petra Schmitz damals.‘

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