Weiterer Kommentar zur „Tropes vs. Women“-Körperpolitik

Als Replik: ‚Ihre Aufmachung kann sehr wohl in diese Richtung interpretiert werden. Und vielleicht sollten halt einmal die Vorwürfe in diesen Videos überdacht werden, ob die nicht eher „daneben“ sind, sie damit Täter-Opfer-Umkehrung betreibt, beziehungsweise weshalb die Objektivierung von Sexualität als „Objektifizierung“ überhaupt negativ sein soll, wie das in die Sexualität anderer Menschen eingreift, diese diskriminiert und bis zur Verachtung gering schätzt. Ich erinnere mich an ein abscheuliches Video von ihr, wo sie sogar angab sich wegen anderer Menschen übergeben zu wollen.
Gerade als Mensch mit Behinderung kann ich nur immer wieder betonen, wie ausgrenzend ich es finde sich dermaßen, als Person des öffentlichen Lebens aus meiner Sicht verantwortungslos, zu benehmen: das einzige was sie bedient sind Oberflächlichkeiten des Mainstreams, dessen Interessen angeblicher Gleichstellung, die aber weit entfernt sind von tatsächlicher Vielfalt oder wirklicher Inklusion.
Bezeichnend allein die Tatsache, dass sie sich zwar gegen sexuelle und andere Inhalte in Games stellt, scheinbar aber keinerlei Interesse hat Frauen in der Branche zu fördern – über die Beteiligung an ihrer eigenen Arbeit hinaus. So habe ich von ihr weder gehört, dass sie einen Preis für Spiele von Frauen (für Frauen) gerne hätte, noch eine Quote für Frauen in den Führungsetagen der Games-Konzerne unterstützen würde (wo etwa die Industrieverbände Druck ausüben könnten), oder mehr Entscheiderinnen im Rahmen von Greenlight-Prozessen, das heißt nicht nur gönnerhafte Typen wie Herrn Bleszinski, der am Vormittag vielleicht Sarkeesian supportet, und am Nachmitag (wieder) in seinen Twitter-Fotos den Macho raushängen lässt. Ein Bild das sie so für mich abgibt ist nichts weiter als eine Verlängerung desselben Patriarchats, welches sie vorgibt (als historisch oder sonst was) zu bekämpfen.

Doch das Patriarchat ist in der Branche allgegenwärtig, es zeigt sich vor allem in ihren großteils männlichen Unterstützern und derem widerwärtigem Bashing „als Männer“ gegenüber deren „unreif“ gedachten „Geschlechtsgenossen“. Diese wiederholen diesbezüglich seit drei Jahren, dass sie wegen ihrer Positionen angefeindet wurde und wollen die Gaming-„Communities“ diesbezüglich gegen Hate Speech normieren, „mehrheitsfähig“ machen – wie es heißt. Anstatt reaktionäre Neukonservative als HetzerInnen beim Namen zu nennen wird in ihrem Sinne eine ominöse Masse meist immer noch anonymer Personen angeprangert: und das ist natürlich billiger als Figuren wie Donald Trump beim Namen zu nennen, das fördern zumindest die US-Redaktionen auch eher und sehen vor allem die Arbeitgeber der dauerhippen, „assoziierenden“ Berufsjugendlichen in den Redaktionen vermutlich ebenfalls lieber – deren Biografien zwar vielleicht Unmengen an Zertifizierungen „aus“weisen, aber kaum Bildung. Wobei sie als Kanadierin, was in dem Biotop ja auch immer noch betont wird, zusätzliche Vorteile hat. Also Privilegien über Privilegien (ein)bringt – zusammen mit der Verschwörungstheorie gegen diese Illusion von „GamerGate“, denn als prominente Person irgendwas sagen was Rassisten und Sexisten, also Leute die etwa nicht einmal Sex und Gender auseinanderhalten wollen, in Rage versetzt, und jedenfalls wenigstens bis zu Drohungen hinreisst, in diesen Zeiten keineswegs schwierig. Das größte Problem ist jedoch, dass nicht einmal sie scheinbar Sex und Gender so gut auseinanderhalten kann – indem sie biologische, sexuelle, kulturelle und soziale Faktoren andauernd ignoriert, verwechselt, gleichstellt – jedenfalls, alles in allem, dazwischen keineswegs unterscheidet.
Und das einzige was „Videospiele für alle“ repräsentiert ist demnach das Kapital – weder kreative Aushängeschilder noch namenlos Werktätige, womit ich ihr und ihrem willfährigen Support nicht nur die Ausgrenzung aller vorwerfe die nicht zu ihresgleichen Erfolgreicher, Angepasster und jenen die „dazu gehören“ zählen, sondern etwa auch ein gewerkschaftsfeindliches und zutiefst unsolidarisches Verhalten attestiere, in Hinblick auf jene die nicht „das Glück“ hatten in dieser „unserer“ Gesellschaft so „vollwertig“ zu sein wie sie und ein „wir“ das sie mit ihrem Populismus repräsentiert.‘

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