Fünfte Staffel von „Game of Thrones“ gewinnt Emmy-Hauptpreis. Nackt Abbitte leisten geholfen?

Vorausgesetzt „Lost“ (2005) wird nicht dazugezählt, hat bei den 67. alljährlichen Emmy-Verleihungen letzte Nacht „Game of Thrones“ als erste nicht-realistische Fernsehserie überraschend den Hauptpreis, und damit wichtigsten Fernsehpreis der Welt, gewonnen. Im Unterschied zu den Golden Globes („Twin Peaks“, in den Neunzigern 3x „The X-Files“) wurden fantastische Programme bislang immer übergangen. Ein Dammbruch?

Durchgesetzt hat sich die fünfte von „Game of Thrones“ gegen den „Breaking Bad“-Ableger „Better Call Saul“ („Breaking Bad“ selbst gewann den Preis in den letzten beiden Jahren gleich 2x hintereinander, sogar für ein und dieselbe fünfte und letzte Staffel), die fünfte von „Downton Abbey“, die vierte meiner aktuellen Lieblingsserie „Homeland“, die siebente und letzte von „Mad Men“ (gewann zwischen 2008 und 2011 insgesamt 4x hintereinander), die zweite von „Orange Is the New Black“ und die dritte von „House of Cards“ (das damit ein drittes Mal verlor).

Auch „Twin Peaks“ gewann 1990 nicht. Sämtliche Staffeln von „Game of Thrones“ wurden in den letzten Jahren bereits nominiert, zum fünften Mal hat es jetzt also geklappt.

Die aufgrund international mangelhafter Verkäufe zwar kommerziell vielleicht nicht erfolgreichste Fernsehserie der Welt, aber doch immer noch populärste Kabelproduktion im eigenen Land, „The Walking Dead“ des „Mad Men“-Senders AMC, wird für gewöhnlich in diesen Kategorien nicht einmal berücksichtigt (vergleiche Variety’s Andrew Wallenstein, Forbes‘ Allen St. John 1, 2 2014).  Nur ein einziges Mal, zu ihrem Start im Jahr 2010, kam es zu einer Golden-Globe-Nominierung: ganz aktuell versucht es AMC mit einem zusätzlichen Ableger der Zombieserie. „Fear the Walking Dead“ ist vom Ensemble, der Genre-fernen Ausrichtung und melodramatischen Grundstimmung her etwas preisverdächtiger und vorerst ähnlich erfolgreich, wenn dies zunächst auch eher an veränderten Märkten (Stichwort „Global“isierung) liegen dürfte: so wird die Serie hierzulande exklusiv von Amazon angeboten und geht erst gar nicht den Weg des traditionellen Pay-TVs und freien Fernsehens.

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