Ubisoft beendete offensichtlich die sechsjährige Beta-Laufzeit von Uplay

Vorgestern startete Ubisoft einen vermeintlich neuen Service: „The Ubisoft Club“. Dahinter dürfte sich jedoch nur das Ende der Betaphase ihres schon seit 2009 bestehenden und seitdem ständig ausgebauten Uplay-Service befinden.
Uplay startete Anfang 2010 mit der Windows-Version von „Assassin’s Creed II“ voll durch (auf Konsolen schon optional ab 2009) – zu einem Zeitpunkt als die DRM-Problematik am PC ein für den dortigen Vertrieb bedrohliches Ausmaß annahm: zu diesem Zeitpunkt erschienen kaum mehr große Titel für Windows, Steam war noch nicht zur Gänze etabliert. Erst die zunehmende Akzeptanz von Steam und eben eine Idee wie Uplay waren die Lösung, denn ein Jahr später ging Electronic Arts mit ihrem ganz ähnlich konzipierten Dienst Origin als zusätzliche Vertriebsplattform an den Start (Nachtrag: Origin gibt es, im Unterschied zu Uplay, neben Windows noch für Macs).
Die Videospielpresse berichtet über den neuen Namen „Ubisoft Club“ dementsprechend konfus: Hintergrund dürfte sein, dass Uplay als Internetpräsenz im Browser, mobile App und mittels Microsoft Windows-Client eine leicht andere Bedeutung als auf den mittlerweile fünf mit Uplay-Anschluss ausgestatteten Konsolen hat: dort (am PC) ist es ein Client und DRM-System im Always-On-Prinzip mit angebundenen Online-Store, wobei eben diesen Store der „Ubisoft Club“ in Hinkunft auch mit Rabatten versorgen soll (und so vermutlich ankurbeln)*. Auf den Konsolen bot Uplay immer schon „nur“ optionale Vergünstigungen und Statistiken an, reichte seine Zuständigkeit zu keinem Zeitpunkt darüber hinaus, gab es auch keine Anbindung zu den Geschäften von Microsoft, Sony oder Nintendo – dort ändert sich weiterhin wenig, außer eben der Name und wie Freischaltungen gezählt, Spiele geordnet werden. Doch im Unterschied zu Electronic Arts Origin erlaubt Ubisoft Uplay auch auf Steam und wendet es dort als Third-Party-DRM an: sobald ein Spiel als DRM mit Uplay verbunden wird, wird es inhaltlich wie auf den Konsolen verwendet – manche Vergünstigungen sind jedoch schon länger nur mittels Browser oder dem Windows-Client einlösbar.

Spiele listet Ubisoft nun in sogenannten „Universen“ auf, wobei bemerkenswerter Weise auch „Silent Hunter“ ein eigenes spendiert bekommen hat (mit „Silent Hunter 5“ als einzigem möglichen Inhalt, „Silent Hunter Online“ verwendet wie andere Browserspiele solche Dienste soweit ich weiß nur zur Anmeldung). Kommt etwa „Silent Hunter 6“?
Zumindest für „Call of Juarez“ („The Cartel“ 2011, das letzte Downloadspiel „Gunslinger“ war mit Uplay nicht kompatibel) und „Prince of Persia“-Fortsetzungen (das letzte große „Prince of Persia“-Spiel erschien 2010) sieht es der neuen Ordnung im „Ubisoft Club“ zufolge indirekt düster aus. Auch „Valiant Hearts“ und „Child of Light“ dürften demnach keine Nachfolge finden. Dafür könnte die „Driver“-Franchise noch eine Chance haben.

* der offizielle DRM-Name lautet übrigens „Online Service“-Plattform und trägt gar nicht den Titel des Uplay-Clients. Daran dürfte sich jetzt auch nichts ändern.

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