Weitere Stellungnahme

Kommentar: ‚Wenn „Gamergate“ jetzt angeblich doch wieder nur ein „Fall“ von privater oder öffentlicher Belästigung und persönlicher Verfolgung gewesen wäre, der eine konkrete Person namens Zoe Quinn betraf, weshalb kommt es dann dass die Videospielpresse und wenigstens Teile der Gaming Studies seit geraumer Zeit versuchen daraus eine rückwärts gewandte „Bewegung“ zu stricken, die misogyn, homophob oder (sonst wie) rassistisch agieren würde und in Zusammensein mit ein paar (US-)Neocons „Gamer“ vertreten wolle?? Kommt Euch da, bei all diesen sonst inbrünstig vorgetragenen Verschwörungstheorien, nicht Eure eigene Überheblichkeit in den Weg?
Oder wie ist es sonst zu erklären, wenn Herr Obermeier den sexuellen Ausdruck anderer in einem Video bei der aktuellen Printausgabe als „sexistischen Scheiß“ beschimpft: kaufte mir zur Probe die letzten beiden Ausgaben und hatte eigentlich vor, weil ich ohnehin tagtäglich die hiesigen News aufsuche und mich von allen anderen Publikationen bereits „nachhaltig“ abgewandt habe, das ab nächstem Jahr regelmässig zu tun, hatte gestern aber beschlossen das demnach doch lieber wieder sein zu lassen. Wenn patriarchale Verhüllungsgebote für Frauenfiguren noch als „Solidarität“ mit feministischen Anliegen ausgewiesen werden sollen, nur weil deren lautstärkste Vertretung ähnlich sexualfeindlich-rigide Puritanismen teilt.

Dieser Artikel bestärkt mich nun darin: ich habe den Eindruck es geht bei diesen ganzen Konstruktionen weder um Ethik, noch Inklusion/Integration, oder gar auch nur irgendeine Emanzipation und Diversität, sondern darum „erfolgreich“ einen breitwirksamen Ersatz für die überkommene „Killerspiel“-Debatte zu finden, damit das Medium Nicht-Spielern besser als „progressiv“ und „zeitgemäß“ verkauft werden kann, es in der Öffentlichkeit zumindest auf diesem Wege gut dasteht – ohne die unerwünschten „Gamer“, welche theoretisch ohnehin „alle“ wären, anerkennen zu brauchen. Also mit ihnen, den unreifen Ewig-Gestrigen, weiterhin ein „angemessenes“ Feindbild zu haben, das nicht nur ausgegrenzt werden kann, sondern aufgrund derer eigener „Einstellung“ sogar darf, oder regelrecht soll.
Deshalb wird neuerdings von manch japanischen Designs und eher sexuellen, statt gewalttätigen Ausdruck Abstand genommen. Dahingehend „Anstand“ vertreten.

Nachdem Brüche in Genrekonventionen, wie 2009 noch in „Modern Warfare 2“, ohnehin nicht mehr vorkommen, „Call of Duty“ und Co. eben keinen Bezug zur aktuellen Weltlage mehr nehmen (soziale Kommentare die Herr Ernst in seiner aktuellen Kolumne allein schon auf das Marketing bezogen absurder Weise als „amoralisch“ und „geschmacklos“ bezeichnet hat – warum auch immer). Wo früher Blut- und Gewaltdarstellungen aus der Welt geschafft wurden, geschieht heute Ähnliches mit Kostümen und (unerwünschten) Repräsentationen.
Perfider Weise geschieht das jedoch nicht einfach so mit noch nachvollziehbaren Moralvorstellungen, wie sie selbst die übelsten Vertreter der sogenannten Spiele“gegner“ dereinst noch wenigstens hatten, das heißt nicht mehr ehrlich mit offenem Visier – und das macht mich eigentlich betroffen -, sondern indem Körper, Sozialität und Fähigkeiten, Glück und Erfolg, ja regelrecht Trieb und Ästhetik, gegeneinander ausgespielt werden sollen – alles um mit dementsprechend einseitigen Unterstellungen, die Eure eigene Sexualität, Euer eigenes Geistesleben und eigene Körperlichkeit dabei etwa völlig ausklammern, genormte Identitäten zu erreichen. Warum?‘

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