Religiöser Terror jetzt also „nihilistisch“, wenn das nicht „pervers“ ist…

Bei „Analyse“ von Christoph Prantner: ‚Solang weiterhin davon ausgegangen wird, dass andere das gleiche wollen wie ein Selbst, also etwa gegen „Benachteiligungen“ vorgehen, wird es keine fundierten (!) Antworten auf den Fundamentalismus geben. Solang sich nicht gefragt wird, welcher Bezug
zwischen Diesseits und Jenseits so eigentlich bestehen kann, wie das irdische Leben – noch dazu in der Form seiner westlichen Ausprägung – eigentlich gesehen wird. Freitag Abend gab es die Anschläge, am Wochenende hat Frankreich schon Stellungen in Syrien bombardieren lassen. Davor ließ der friedensbewegte Westen den Bürgerkrieg (!) jedoch einmal mehr eskalieren, wodurch in seiner Uneinigkeit manch humanitäres Leid erst entstand. Und zwar wird die Ikone Robespierre einmal kritisiert, der Gemeinschaftssinn seiner „Werte“, die Idee der Perversion, dafür aber nicht. Im Gegenteil: Nihilismus als lobbylose Ideologie zum neuen Feindbild. Da frag ich mich, einmal mehr auch als bekennender Katholik, weshalb da nichts mit Religion zu tun haben soll.‘

Gesellschaft als Maschine: nicht nur die übliche Repräsentation gegen das mehrheitlich empfundene „Asoziale“, wo der Schrecken dem Vernehmen nach als Störung im Betrieb gilt, sondern auch das kommerzielle Internet – von eBay über YouTube bis Amazon (unten, Aufnahme vom Samstag) – beflaggte sich am Wochenende mit der Tricolore, oder arbeitete im Rahmen seines Marketing (als gewissermaßen Public Service Announcement) mit der revolutionären Losung, dem republikanischen Wahlspruch, um so ihrerseits Einigkeit und Gemeinschaft zu suggerieren und symbolisieren – bei einem gleichzeitigen „Zeichen“ für Solidarität: Bildschirmfoto 2015-11-14 um 19.59.25

Nachtrag. Replik: ‚Robespierre wandte sich mit seiner moralisierenden Tugend dezidiert „gegen“ die freigeistige Aufklärung des vorrevolutionären Frankreichs im Allgemeinen – und das libertine Denken im Besondern – etwa gegen einen zutiefst antiklerikalen Adel der, nach

Rousseau als „dekadent“ verabscheut wurde. Mit „Logik und Vernunft“, der Ideologie des Rationalismus, ist diesen ganzen Verachtungen sicher nicht habhaft zu werden.
Ähnlich meint „liberal“ heute oft eher eine Einschränkung von persönlicher Freiheit, etwa dahingehend was politisch nicht als „korrekt“ gilt usw. Ähnliches ist heute auch organisatorisch zu beobachten, etwa wenn die katholische Soziallehre und attac gemeinsame Interessen pflegen, oder wenn (positiv überaus tugendhaft, negativ teils verschwörungstheoretisch) „soziale Bewegungen“ über Twitter-Hashtags konstruiert werden, Empörungen institutionalisiert werden sollen, „Hass“ äußerst einseitig wahrgenommen wird. Auch Orwell beschrieb in „1984“ in erster Linie eine Tugendherrschaft…‘

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