Neue Kommentare zur WASD und „Gewaltspielen“

Beim Standard: ‚Wenn „Kritik“ eigentlich nichts Negatives sehen will, lieber Opfer- statt TäterInnenrollen hat, und
was die Seduktionstheorie nicht erklärt: von welchen Werten ausgehend eigentlich verführt werden soll. Ein schlichter, antiintellektueller Hohn in diesem Zusammenhang noch „Normen“ kritisieren zu wollen…
Auch wird die affirmative Interpretation natürlich nicht belastet, dahingehend was eine „Glorifizierung“ oder Faszination für Gewalt eigentlich ausmachen soll. Im Übrigen kann von einem völligen Bruch gesellschaftlicher Regeln überhaupt keine Rede sein, wenn es in GTA oder „Payday“ letztlich doch um nichts anderes als kapitalistische Geldvermehrung geht.
Die Staatsgewalt das wenn dann nur verhindern soll, zumal sie in GTA als Satire ohnehin durchgängig korrupt beschrieben wird – was wiederum den positivistischen Politikbegriff unterläuft

(…)

Die Linie der Zeitschrift, welcher dieser Text ursprünglich entnommen wurde, erfolgt jedoch erfahrungsgemäß einen andern Politikbegriff. Dafür ist das keine angemessene „Kritik“, sondern wohl eher destruktiv zu nennen. Ich teile diese Meinung aber nicht und halte die Darstellung der Korruption in GTA nicht nur für legitim, sondern auch für eine der wenigen großen Stärken dieser Franchise (und ihrer sonst oft eher aufgesetzten Satire). (…) Für die sich dem Mainstream anbiedernde WASD aber ziemlich passend. Er zeigt, dass sich an der „Debatte“ im Grunde nichts geändert hat – weder an den ideologischen Vorzeichen, noch einem „Generationenkonflikt“: der einzige Unterschied zu früher ist, dass heute vermeintlich eher selbst spielende Insider die AutorInnen sind und Gewaltdarstellungen vermehrt erst über Umwege „kritisiert“ werden – bei mehrheitlich gleichem Ergebnis.
Die Selbstreflexion bleibt auch ähnlich begrenzt, der eigene Horizont samt Wünsche von „Realität“ gegen Fantasien empirisch reduziert. Und da sich viele Gamer (sonst auch) von traditionellen Spielen mehr oder weniger weit entfernt haben, erhalten solche Artikel auch von anderen Gamern mittlerweile viel Zustimmung. (…) Zumal diese Suggestion (auch) nichts anderes als eine Verschwörungstheorie ist und letztlich (ebenfalls) nur Zensurmaßnahmen begründen kann: Zensur als ökonomische Folgerung, also gewissermaßen eine Form des Marketings, der Markteinführung. Findet sich genau so leider schon seit jeher auch in der Zensurforschung.
Das naheliegende Ergebnis wird Reduktion und Verzicht sein, eine Anpassung an den „guten Geschmack“, die Nicht-Spekulation welche demnach als in der Folge etabliert etwa „sophisticated“ wäre – oder zumindest eine noch wohlwollend aufgenommene Abstraktion: siehe die Rezeption bei unzähligen „Gewaltspielen“ als „Indies“, wie „Hotline Miami“ – das in diesem Artikel naturgemäß nicht vorkommt…‘

Nachtrag: ‚Banalisierend betrachtet ist „Payday“ sowieso nur ein kooperativ zwar komplex angelegtes, aber im Grunde sehr triviales „Räuber- und Gendarm“-Spiel. Vergleichbar mit GTA sind lediglich die Online-Modi… Ich fand
es höchstens ästhetisch interessant, aber auch das nur für ein paar Minuten. Der politische Gehalt ist denkbar gering.
GTA ist da schon von einem ganz anderen Kaliber, bezeichnend dass der Artikel dazwischen sonst nicht differenziert: allein, dass etwa „Amokläufe“ – also sämtlicher Unfug welcher zum Beispiel außerhalb von „Missionen“ veranstaltet werden kann – in letzter Konsequenz konsequenzlos bleibt, weil die Sandbox-Welt hernach jedes Mal zurückgesetzt wird. Aber schon 2008 wurde etwa bei der WELT moralisierend die „Stärke“ der Polizei (gegen das Verbrechen) betont (nach dem Motto „Verbrechen zahlt sich nicht aus“) und etwa verschwiegen, wie korrupt und lächerlich die im Spiel eigentlich rüberkommen soll (!) (…)‘

„Bei GTA4 will keine Freude an der kriminellen Anarchie aufkommen. Überall ist die Polizei und meist ist sie mächtiger.“ Dass ich nicht lache…

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