Kommentare zu „That Dragon, Cancer“ (2016)

Beim Standard: ‚Erste negative Rezensionen auf Steam gehen in eine ähnliche Richtung. Die sind aber (auch dort) deutlich in der Unterzahl.
Ich finde es im Gegenteil ganz wundervoll, dass ein dermaßen religiöses Spiel trotz militant atheistischer Games-Öffentlichkeit erscheinen kann: da scheint die Crowd-Finanzierung erstmals seit „Tesla Effect“ wirklich für was gut gewesen zu sein – im praktisch-technisch-naturwissenschaftlichen Hintergrund der Branche solche Themen oft äußerst schwierig. Auch bemerkenswert, dass diese Rezension kein Problem damit hat.
Hoffentlich macht wenigstens das Beispiel Schule und der Titel bleibt keine Ausnahmeerscheinung: bin es echt leid, bei Videospielen und Glauben auf Propagandaquatsch wie „Left Behind“ reduziert zu werden. (…)

Weil als „noch“ sonnenschüchterne Jungfrau einem ein solches Spiel nicht nahe gehen könnte, sondern nur als Mensch „mit Familie und Kindern“ – oder wie? Soviel Stereotype über Gamer. Und das bei einem Spiel das eigentlich doch den Wert von Leben jenseits normierter Erfüllungen/Verwirklichungen berücksichtigen möchte…

Diese Logik müsste aber doch nicht nur „Krieg“, sondern auch die Konfrontation mit den
zivilisatorischen Themen dieses Spiels betreffen. Hier im Forum schrieben jedoch schon Betroffene und die haben dabei nicht den Eindruck gemacht als ob sie dieses Spiel anderen deshalb vergellen, oder gleich mies machen, wollten. Sie sagen zwar: sie wollen es nicht spielen, und das ist ebenso legitim wie verständlich, urteilen das Thema aber nicht ab.
Am interessantesten und „fragwürdigsten“ bleibt deshalb für mich genau diese Logik: die Frage wie Inhalte interpretiert werden, in welchen Rollen (Täter, Opfer, Betroffene, Angehörige usw.) sich dabei „wohler“ gefühlt wird, etc. Und auch bei diesem Spiel dann da, welche Perspektive eingenommen gefeiert wird – nicht nur im Videospiel, sondern im Film etwa auch bei Nanni Moretti, in „Liebe“ usw.

(…)

Aus diesem / Grund / wird nicht mehr in diese Richtung produziert – was auch immer im Einzelnen davon zu halten ist. Und deshalb hat es jetzt eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis selbst ein „Gone Home“ auf Konsolen erschien.
Ein „Papers Please“ gibt es auch immer noch nicht für die PlayStation Vita.

Wenn Reden über Empathie in Videospielen keine hohlen Phrasen bleiben sollen, liegt es an jedem Einzelnen, jeder Einzelnen. daran selbst etwas zu ändern und solche (oder andere) Projekte zu unterstützen. Ich für meinen Teil habe jedenfalls schon lange aufgehört die Spiele um viel Geld zu kaufen, welche ohnehin verkauft werden, sondern nur mehr jene, die es politisch nicht so einfach haben. Bei allen anderen warte ich mittlerweile auf hohe Rabattierungen.‘

Sowie zu „The Tree of Life“ (2011): ‚Mich erinnert das Spiel auch sehr an den Film. „Deus-Ex-Machina“ ist das aber überhaupt nicht, denn Gott kann so auch schon immer da gewesen sein – selbst wenn die Narration etwa einer Hinwendung zu Gott folgen sollte: in der Anwesenheit Gottes oder dem Erscheinungsprozess von Gott eine Entscheidung, einen Dezisionismus – oder eine Willkür -, zu erkennen, sagt deshalb vor allem etwas über diese Erkenntnis aus: ein „Deus-Ex-Machina“ (also diesen Vorwurf einer Entfesselung Gottes) sieht so jemand (darin) nur dann, wenn an Gott nicht gedacht wurde – wer mit Gott nicht gerechnet hat :-)‘

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