Neuer Kommentar zu „Fakten“ und Empfinden

Bei Webedia: ‚Der Vortrag dürfte (humorvoll) eher auf die Bedeutung der Wahrnehmung (von Inhalten, Situationen oder Umständen) hindeuten, als dass er über Wirklichkeit(en) oder „Lüge(n)“ Auskunft gibt.
Dass sich darauf für gewöhnlich jedoch kaum eingelassen werden mag, zeigen selbst manipulative Videoserien wie Eure zu „Wahrheit“ und Werbung: ich warte derweil immer noch auf eine objektive Begründung weshalb „Colonial Marines“ ein „schlechtes“ Spiel gewesen wäre, weshalb ausgerechnet bei dem Titel immer darauf verwiesen wird – nur weil es die landläufige Meinung darüber wiedergibt.
Für mich sagt das Beispiel jedenfalls mehr über die darauf reagierende Presse und deren Publikum aus, sowie zeigt wie Vorurteile konstruiert werden.
Mag sein, dass im Vorfeld dabei gewisse Erwartungshaltungen geweckt wurden, die das fertige „Produkt“ nicht erfüllen konnte. Im Rahmen von Shootern à la „Call of Duty“ oder „Gears of War“, die sonst auch nicht in Grund und Boden verdammt werden – jedenfalls nicht immer, ist das negative Urteil über das Spiel, oder Pitchford als „Lügner“, jedenfalls nicht nachvollziehbar.
Pitchford ist genauso sehr ein „Lügner“ wie andere in der Branche, welche ihre „Produkte“ besser darstellen als sie für manche vielleicht sind. Der Rest spricht eher für einen Mob, ein statistisches Ungemach das nach dem es erstmal aufgetreten ist einfach „Shitstorm“ genannt wird – was auch immer das „empirisch“ eigentlich heißen soll.

Für mich sind Spiele (auch) immer Kunstwerke. Für mich ist Kunst keine Auszeichnung, kein Vorbild, nichts an das ich mich zu richten hätte, sondern gerade das wäre eine Diskriminierung bei dieser, meiner Haltung: mit meinen Werten, meiner Ideologie nicht vereinbar – und deshalb sind Spiele immer genau so wie sie sein sollen, oder nicht. Mit all ihren Unzulänglichkeiten.
Genau das ist demnach aber bei diesem Realismus/Pragmatismus, dieser Praktikabilität, offenbar nicht vorgesehen, sondern es sollen normativ immer nur dieselben „akzeptablen“ Inhalte wiederholt und verfeinert werden – anscheinend bis sie vollständig auf Linie gebracht worden sind und sowohl ökonomisch als auch inhaltlich „funktionieren“.
Das Ergebnis ist klar: abgesehen von schiefgegangenen Experimenten im „Indie“-Bereich, über die bald auch nicht mehr berichtet wird sondern ebenfalls dort nur mehr über die „Erfolge“, wird es eine AAA-Entwicklung wie „Colonial Marines“ nicht mehr geben, sondern eher bald nur mehr das was den Geschmack einer bestimmten Zielgruppe zufrieden stellt. Ob das jetzt der Mainstream ist, eine Nische, oder Retro wie bei „Pillars of Eternity“.
Ein gutes „schlechtes“ Beispiel dafür ist „Uriel’s Chasm“: der erste Teil wurde auf Steam in Grund und Boden verdammt, der zweite Teil war dann bereits deutlich angepasster und „spielbarer“ – selbst bei absoluten Indie-EntwicklerInnen hat der Kapitalismus somit umgehend die Oberhand gewonnen, obwohl das dort nicht einmal unbedingt zu erwarten gewesen wäre…‘

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Über pyri

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