Zsolt Wilhelm erklärt „Heterosexualität“

Kommentar zu Geschlechterkolonialismus (und dementsprechender Zensurmaßnahmen): ‚Auf diese Definition von „Heterosexualität“ wäre ich mal gespannt, Herr Wilhelm. Nur weil gemeint wird, dass das „normal“ wäre, aber offenbar auch, dass es ethisch einwandfrei „kritisiert“ werden könnte – bis regelrecht verurteilt: genau das verstehe

ich unter Heteronormativität. Derlei „umstrittene“ Geschlechterverwirrung zu stiften in japanischen Videospielen nicht unüblich, vor allem weil das Verhältnis zwischen „Realität“ und Fantasie(n) oft nicht so genau genommen wird: das als „Umerziehung“ zu verstehen dabei eine relativ stereotyp christliche Interpretation.
Und Gender Mainstreaming ist diese ständige Betonung von Geschlechterkonstruktionen im Übrigen auch nicht, egal von welchen (meist ohnehin nur Bio).
Im Gegenteil: ein bestimmtes zu haben wird so offensichtlich als körperlicher Nachteil begriffen, also eine Form der Behinderung auf welche in Abgrenzung dementsprechend reagiert werden soll. Wobei das Ergebnis Identitäten sind, welche erst zu trennen wären – einfach abscheulich.‘

Ergänzung bei Webedia: ‚Diese einseitige und selbst dort auch nur gemeinte Anerkennung hat lediglich zufolge, dass für nichts dazwischen mehr ein Platz vorhanden wäre: die Frage bleibt wie Videospiele aussehen würden, wenn dieses angepasste redaktionelle Kollektiv, jenes „wir“ das in dieser Berichterstattung und dazugehörendem Marketing seine Stimme des Gleichklangs ständig schnell findet, tatsächlich alles an „Verzicht“ durchsetzen würde was als „sehr sinnvolle und richtige Entscheidung“ angesehen wird.
Und diese „Entscheidungen“ zeigen vor allem eines: dass es weder auf Gesetze noch Verfassungen oder sonstig gebriefte Rechte ankommt, wenn die Gewalt einer öffentlichen Meinung ins Spiel kommt, oder auch nur der veröffentlichte Unmut einer bestimmten Gruppe und deren höchst einseitiger Selbstwahrnehmung in Abgrenzung zu allen anderen. Wie dann „Videospiele für alle“ zum Tragen kommt: das beginnt bei Kostümen (wie aktuell „Resident Evil Zero HD“) und endet eben bei dieser Festlegung von Sexualitäten. In all diesen Fällen herrscht in zunehmendem Maße eine Pflicht zur Anpassung, ohne diese droht naserümpfende Überheblichkeit und Ausgrenzung – in einem von Angst vor „Entrüstung“ geprägten Klima der Furcht.

Von den pädagogischen Auswirkungen solcher Einstellungen ganz zu schweigen, oder wann sollen sich Menschen in der Realität (wenn diese hierfür schon ständig als Maßstab herangezogen wird) eigentlich festlegen – bevor sie nachher nicht mehr „umerzogen“ werden dürften (in politisch christlich-homophobem Sinn)? Hier sollen Menschen, Geschlechter und Sexualitäten im Gegenteil zur vorgeblichen Praxis beständig (weiterhin und offensichtlich) eingeteilt werden, ihre Körper und Ausrichtungen als vorher festgelegte „Orientierung“ betrachtet und dementsprechend einsortiert werden. Eine Praxis die ich nur fremdenfeindlich und menschenverachtend nennen kann, für zutiefst verabscheuungswürdig halte: eine Kategorie Geschlecht soll dementsprechend als Nachteil geschaffen werden, an den sich im Laufe des Lebens dann gewissermaßen erst zu „halten“ wäre.
Und darüber hinaus transportiert diese Empörung im Grunde nichts anderes als den glatten Glauben, dass Homosexualität doch therapierbar sei (oder drückt zumindest eine Unsicherheit diesbezüglich aus). Denn ansonsten könnte eine solche „Droge“ nämlich nicht einmal ernst genommen werden…‘

Wieder Nachtrag – (weiterer Versuch einer*) Replik vom 24. Jänner, zum „wir“ das „spielt“ und anderen ausgrenzenden Kollektiva: ‚Falls dieses Posting überhaupt durch die Zensur kommen kann… Als Behinderter „lösen“ das „bei mir“ Bilder „Gesunder“ und deren funktionierende Körper aus, oder wenn die SPÖ nach wie vor „eugenische Indikation“ in diesem Land aufrecht erhalten will.

Und wenn medial etwa doch mal positiv über Behinderte berichtet wird, dann meist auch wieder nur in Zusammenhang mit (eigenem) Leistungssport – meine Antwort: ich kann die Orte einfach meiden, wo ich das Gefühl habe dass mir wegen des weiterhin vorherrschenden Gesundheitsethos Unrecht geschieht und möchte deshalb das Sport- und Körperbild anderen ganz bewusst nicht schlecht machen: für die Games-Gesamtberichterstattung gilt das für mich als Gamer jedoch schonmal nicht, gibt es keine Alternative
Von Sexualität ganz zu schweigen: als „Mann“ wurde ich in meinem Leben etwa schonmal kaum je wahrgenommen, dennoch kann ich mich in diesem Zusammenhang von den ach so „solidarischen“ Herren Redakteure hier oder anderswo als „Täter“ beschreiben lassen‘

* ein tierrechtlicher Hinweis auf andere „Verwandlungen“ und Konzeptionen von einseitiger „Würde“ dabei wurde nämlich erneut nicht berücksichtigt;

31. Jänner. „Ausgerechnet Japan“: ‚Fragen Sie sich doch mal weshalb ein Mensch

nur eine sexuelle Orientierung aufweisen sollte. Ganz abgesehen vom in dem Fall sehr wohl sinnvollen kulturalistischen Einwand, wonach diese Zensurmaßnahme (auch) eine Form von Wertekolonialismus ist: denn wie ich auch als Katholik nicht müde werde – menschenverachtende Umerziehung eine Idee (westlich-)christlicher Sexualmoral – während in Gebieten hegemonial anderer Religionen Betroffene ohnedies verfolgt werden: was Sie hier tun ist da nichts anderes als die normativen Ideen einer Zuschreibung von Menschen zu reproduzieren – aber leider ist das bei praktisch allen anderen Repräsentationsfragen hier haargenau ebenfalls so: was vorgegeben wird „kritisieren“ zu wollen wird letztlich immer nur betont und weiterhin verlängert – einfach schade.‘

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