Aschenbecher, Motion Capture, „Tales of“ und „Call of Duty“

Bei ein Anwalt erklärt die vorgeblich mangelhafte „Intelligenz“ seines Mandanten: ‚Das ist schlichte Menschenverachtung, egal welche Verbrechen der Person zur Last gelegt werden. Dass die Tagesschau selbst das als „Kritik“ euphemisiert, disqualifiziert sich von selbst. Aschenbecherintelligenz etc. – (…) Und in welcher „Realität“ hätte das Videospiel „GTA“ demnach Islamismen transportiert… Soviel zu dieser Wahrnehmung.
Meinetwegen würde das Statement ja noch zu säkularen „Amok“läufen passen, so disqualifiziert es sich inhaltlich aber von selbst – Hauptsache die Schuld wird aus politischen Gründen, schlichtem Kalkül, von einer Religion vermeintlich „selbstkritisch“ weit weg geschoben – wo der betroffene Titel selbst in weiten Teilen der vom Daesh-Terror in erster Linie (!) betroffenen Welt einen überaus schweren Stand hat, aber nicht weil GTA diesen Terror, der immer noch vor allem muslimische Menschen betrifft (!), vertreten würde…‘

Sowie „Frauen über Frauen“ (oder doch „Männer über Männer“?): ‚Ich war damals sehr froh, als ich dieses Bild sah. Und beruhigt, dahingehend dass so was wenigstens ansatzweise noch möglich ist.
Gerade als Feminist – da ich um diese unsägliche Wahrnehmung (leider) schon wusste: als misogyn betrachte ich es vielmehr über Darstellungen von Frauen dermaßen (sowie einseitig) bestimmen zu wollen. Sowie darüber wer überhaupt eine Frau sein „darf“. Für gewöhnlich nichts anderes als biologistisch.
Das ist in Form einer Umkehrung im Gegenteil genauso sexistisch wie ständig Stärke nur dort betonen zu wollen, denn das wiederholt vor allem das „männliche“ (Selbst-)Verständnis, also die Mär vom „starken Geschlecht“. Sexistisch ist „The Witcher“ zwar auch, aber aus meiner Sicht ganz anderen Gründen… Dass dieser Bildersturm grundsätzlich meistens von Entwicklern mit einem äußerst reduktionistischen (oder abstrakten) Zugang zur Ausdrucksform kommt, spricht dafür ohnehin eine mehr als deutlich entlarvende Sprache. (…)

Dieser Geralt von Riva ist mit seinem gestählten „Männer“körper doch wesentlich häufiger „oben ohne“ zu bewundern als die vielen Gespielinnen, pardon „starken Frauen“, deren Nippel für gewöhnlich puritanisch einzig und allein als „aufregende“ Nacktheit mitgeteilt werden – auch von jenen redaktionellen Typen die sich sonst gern mit empören.
Nein, das gesamte Cyberpunk-Genre ist tendenziell sexistisch. Ebenso wie das Stilmittel des Noir, da überall dort die Wahrscheinlichkeit besonders groß ist dass irgendwann eine „Femme Fatale“ antanzt, das heißt eine eher nur vermeintliche „Frauen“figur die als „Männer“fantasie in erster Linie männliche Eigenschaften, auf sich projiziert, vereint hat – aber eben etwa als „starke Frau“ verkauft werden möchte.‘

Nachtrag 30. April: ‚(…) wann wäre jemand erst aufreizend. Darin drückt sich doch nur (derselbe) heteronormativ-männliche Blick aus: „Sexualisierung“ oder „Übersexualisierung“ wird meiner Erfahrung nach sowieso nur ausweichend als Alternative für „Sexismus“ verwendet, zumal mir keine Klage wegen „Untersexualisierung“ bekannt ist. Es unterstellt, dass Körpern erst (wenigstens im Kontext unerwünscht) eine sexuelle Dimension zugeschrieben wird – wobei ich gerade das als überaus benachteiligend empfinde.
Gerade als Mensch mit Behinderung: es unterstellt, dass manche Körper und Darstellungen keine Attraktivität oder Eigenschaften, Facetten, Ästhetiken, letztlich Wesenszüge aufweisen würden, die von sich aus sexueller Natur wären – aus dem schlichten (Selbst-)Zweck heraus, Kultur und Sozialität dahingehend reduzieren zu wollen wird der sexuelle Blick beidseitig geleugnet: einerseits mit der Feststellung von „Sexualisierung“, andererseits dahingehend wie das (darüber) Festgestellte wahrgenommen werden würde…
Nein: Gleichbehandlung hieße, dass auch Frauen im Oberkörperbereich nicht diskriminiert würden. Aufgrund ihres sekundären Geschlechtsmerkmals. (…)‘

(…)

Ein interessanter Vergleich: ‚Beide hiermit verschmähten Serien zeichneten sich in den letzten zehn Jahren durch enorme inhaltliche (militärische oder spirituelle) Vielfalt aus. Kein COD oder „Tales of“ war in letzter Zeit wie das andere, selbst „Xillia“ 1+2 unterschieden sich ästhetisch grundlegend. Das Problem dieser Spiele liegt eher in deren Technik, sowie eher niedrigen Produktionswerten (zumindest im Vergleich zu ihrer Bedeutung): COD konstruiert abstruse Fantasiegeschichten, nur um nicht PR-desaströse Stereotype aus der realen Welt zu transportieren, während „Tales of“ es mit dem Fan-Service schon etwas übertreibt.
Dennoch: einfach nichts was wer sonst darüber sagt glauben. Während die geforderten Spiele eher typische Konventions- und Konfektionswaren waren, außer DR, die mich irgendwann sowieso mal enttäuscht haben…‘

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