Neuer Kommentar zu Steven Spielberg und Darstellungen

Bei Webedia: ‚Erstens ist Gefährlichkeit eben nicht unbedingt negativ, zweitens die Interpretation dass der Vorwurf bedeutet dass „gute Storys“ dadurch „verwässert“ werden würden, absurd.
Denn „gute“ Stories kann es so gar nicht geben: wenn Ihr eine Mod dem echten „Oblivion“, so wie Petra Schmitz bei „Enderal“, dann liegt das daran dass Ihr mehr Stringenz schätzt, eine gewisse Stromlinienförmigkeit in der Handlung – dadurch aber auch nichts anderes tut als den Massengeschmack zu bedienen, vermutlich leider ohne dass Euch das überhaupt auffallen, oder Ihr Euch dessen bewusst sein, würdet.

Das Problem ist deshalb eher ein Publikum das über Geschichten und Figuren fremdbestimmen will. Siehe bei „Mass Effect 3“, oder zuletzt „Baldur’s Gate“, wo ganze Handlungsstränge, oder sogar einzelne Charaktere, im Nachhinein anders inszeniert werden sollten.
Und das Problem ist dabei auch schon eine Videospielkritik welche in erster Linie erzählt wie Games „richtig“ gespielt werden, das heißt was darin getan werden solle – zum Teil sogar auf die Spruchformel reduziert, was in Games gemacht werden „müsste“. Doch diese „richtige“ Wahrnehmung existiert ebenfalls nicht: siehe auch Euer Video von zuletzt, wo es darum ging ob jemand „Doom gut“ oder „schlecht“ spielt.

Dieses Leistungsdenken ist bei Kunstwerken einfach nicht angebracht, war aber im Übrigen auch das zentrale Argument, das Roger Ebert seinerzeit gegen Spiele vorbrachte. Auch Ebert ignorierte alle anderen Ausdrucksformen, die keine Flächen (wie abgesteckte Bühnen, in der Rezeption nicht veränderbare Leinwände oder – auch elektronische – Papierseiten) sondern Raum (egal ob real oder virtuell) verwenden. Von Installationen über Museen (wo einzelne Exponate auch ignoriert werden können) bis zur Architektur als solche.
Open-World-Spiele bieten sich dafür an, denn dort kann die narrative Intention noch am ehesten ignoriert werden und die Welt sozusagen auf eigene Faust erkundet. Nicht nur, wie bei einem VR-Film, der Blick leicht abgewendet. Und aus Sicht von jemandem der in erster Linie etwas selbst erzählen will ist das natürlich „gefährlich“.
Paradebeispiel GTA: Kinder erzählten ihren Eltern es sei ein Rennspiel, weil darin ja auch mit Autos gefahren werden kann. Bildungsbürgerliche ModeratorInnen, eine empirisch arbeitend-warnende „Wirkungs“wissenschaft und die besorgte Politik reduzierte es auf Amokläufe, weil auch verschiedene Gewalthandlungen darin möglich sind.‘

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