Neues zur Geschlechterpolitik bei „The Legend of Zelda“

Kommentar: ‚Das ist doch blanker Unsinn. Wie soll ein weiblicher Link bloß die Dreifaltigkeit stören?
Die gern als „sexistisch“ verunglimpften Zulieferer führten problemlos „Linkle“ ein, dabei trägt das Design des Link aus „Breath of the Wild“ jetzt ohnehin bereits sehr androgyne Züge. Es hätte überhaupt nichts ausgemacht das Geschlecht offen zu lassen – die Gestaltung eben nicht zu zementieren.
Der einzige Grund für diese „Entscheidung“ ist und bleibt deshalb heteronormativ, dabei ist „The Legend of Zelda“ grundsätzlich ohnehin nicht sexuell konnotiert: Nintendo will damit einfach weiterhin rückwärtsgewandte Rollenbilder für kleine Jungs vorgeben. Einfach widerlich.
Und Schuld daran ist einmal mehr auch die Presse, welche mit ihrer pseudosolidarischen Möchtegerninklusion höchstens „starke“ Frauenfiguren, aber keine Schwächen in Charakteren – egal welchen Geschlechts – sehen oder auch nur zulassen möchte, Schuld daran sind vor allem diese normativen „Bilder“ und ist jene Überheblichkeit mit der genau das medial transportiert wird, die konservative Konzerne wie Nintendo da in ihrer Körperpolitik zu keinem Umdenken bewegt: „Gleichberechtigung“ (auch) als Entertainment und Marketing-Instrument, PR-Waffe. Abscheulich.

(…) die Beleidigungen auf meinen (naturgemäß vollständig abgelehnten) Kommentar mal außen vor gelassen:

(…)

Ich würde mich NICHT „über eine weibliche Variante“ freuen und habe mich keineswegs für eine Feminisierung von Zelda ausgesprochen (die Prinzessin ist doch ohnehin schon „weiblich“^^), sondern lediglich vorgeschlagen das Geschlecht offen zu lassen – diese Weigerung als widerlich und abscheulich bezeichnet, denn Nintendo verlängert damit nur den bipolaren Geschlechterkampf der ohnehin schon existiert und befeuert die Agitation welche diesbezüglich überall zu beobachten ist. Was ist daran so schwer zu verstehen – warum müssen scheinbar überall immer die jeweiligen Geschlechter erst definiert und dann eingenommen werden um (vielleicht mal irgendwann „mehrheitsfähiges“) Verständnis zu erzeugen!?

(…)

Samus Aran taugt höchstens als Beispiel für Geschlechterverwirrung, denn die patriarchale Erwartungshaltung war damals eindeutig, dass sie „männlich“ ist. Dasselbe unsägliche „Spiel“ würde jetzt dreißig Jahre später eine Hosenrolle wie „Shiek“ bedeuten. Ich dachte eigentlich, dass dieses so gern hervorgekramte „wir“ wenigstens etwas weiter wäre…
Und da frage ich mich schon: was soll das?? Auch das ist nur in einer Welt sinnvoll, welche an einem Quasi-„Duell“ diesbezüglich interessiert ist – und das bin ich halt nicht, ich bin nicht daran interessiert dass immer und immer wieder diese Chose durchgezogen wird, damit ständig dieselben abstrusen Sexismus-Vorwürfe wiederholt werden können. Darüber geklagt werden kann wie vermeintlich „rückständig“ Games doch wären, immer dieselben Anpassungsforderungen an die vorgeblichen „Standards“ der Restgesellschaft erhoben werden, die letztlich alle auf Assimilation hinauslaufen: gerade Nintendo hat mit seinen unzähligen zensierten japanischen Rollenspielen da eine überaus traurige Vorreiterrolle inne, wo Redaktionen wie diese hier oft nicht einmal mehr von Zensur reden wollen, diese in ihrem (Über-)Eifer (den etablierten Sprachrohren zu huldigen) gleich leugnen.
Egal ob das jetzt über oberflächlich-arrogante und dementsprechend einseitig vor( sich her)getragene Artikel geschieht, oder in Form unsäglich-selbstherrlicher Videoserien auf YouTube. Ich finde das alles unendlich diskriminierend und unerträglich.

Beispiel „FIFA 16“: voriges Jahr wurde auf Teufel komm‘ raus überall versucht die negativen Reaktionen auf die Frauen-Nationalmannschaften natürlich als spezifischen Nachteil der „Gamer“ auszulegen. Da wurden wieder sämtliche sexuellen Klischees gegen männliche Gamer bedient und jene marginalisierte Rolle welche die Frauen im fertigen Produkt inne hatten später von den angeblich „progressiven“ Kräften als „großer Erfolg“ gewertet, zum Großteil naturgemäß alles Journalisten die vorher „als Männer“ auf ihre „Geschlechtsgenossen“ verbal einschlugen.
Doch wie absurd das war zeigten jetzt zur EM spätestens die nicht minder menschenverachtenden Postings in Richtung einer ZDF-Kommentatorin, die überhaupt nichts mit Games zu tun hatten, denn Videospiele sind nunmal keine Subkultur – Sexismus ist wenn dann ein gesamtgesellschaftliches Problem und überhaupt kein gesondertes Videospielproblem. Kein Wort fiel während der ganzen Zeit darüber, dass etwa eine Monica Lierhaus im EM-Spiel von EA 2004 ein Dutzend Jahre vor dem (öffentlich-rechtlichen) Fernsehen ganze Spiele kommentiert – so kurz, doppelmoralisch oder in dem Fall letztlich sogar falsch im Sinne von unehrlich ist das Gedächtnis dieser Öffentlichkeit.
Und so oder so werden durch diese Haltung von Nintendo über kurz oder lang aber wieder dieselben Vorwürfe laut werden: welcher Zacken fällt dem Konzern schon aus der Krone, das einfach nicht mehr zu tun. Es braucht keinen Editor, keine frei wählbare Zusatzoption, nichts: gerade das Design von „Breath of the Wild“ sollte für alles doch schon offen genug sein: „Link ist immer noch Link, nur sagen wir jetzt nicht mehr, dass Link unbedingt ein kleiner Junge wäre.“ Das einzige was es dafür braucht ist ein wenig sprachliches Fingerspitzengefühl, das würde schon genügen um einen kleinen aber feinen Unterschied aus, und die alten Vorurteile obsolet zu machen.‘

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