Zu Hikaru Sulu

Kommentar: ‚“Ob er damit Recht hat, wird sich zeigen.“ Wie soll sich das jetzt noch bitte schön „zeigen“ – geschweige denn wie soll jemand diesbezüglich überhaupt „Recht“ haben (können)??
Die Entscheidung für eine solche Szene ist demnach doch schon längst gefallen. Und einmal mehr soll damit Sexualität offenbar zu PR-Zwecken missbraucht werden – quasi als „Orientierungshilfe“.

Nein: im Gegenteil, die Probleme von „Star Trek“ bei einer Integration von LGBT-Themen sind seit Jahrzehnten bekannt. „Star Trek“ war eine der der ersten wo die heutzutage doppelmoralisch so gern angepriesene „Inklusion“ versucht wurde, und „Star Trek“ war bislang wohl die einzige wo das grandios gescheitert ist – gibt schließlich seitenlange Abhandlungen darüber: wobei – wer an dessen Scheitern samt letztlicher Nicht-Integration die Schuld trägt wahrscheinlich auf alle Zeit offen bleiben wird, das heißt wo die „Vorbehalte“/Homophobien letztlich saßen. Ob schon bei Roddenberry selbst, in irgendwelchen Chefetagen, oder letztlich doch bei Berman…
Nicht nur unkreativ und damit billig, sondern überaus schäbig diese Versäumnisse gerade bei dieser Figur auszunutzen, nur weil der alte Schauspieler heute ein bekannter LGBT-Aktivist ist. Wo bleibt da gar der Grundsatz zwischen (einstigem) Darsteller und Rolle zu unterscheiden? Darüber hinaus übertüncht diese Vorgangsweise den bei der Figur ursprünglich sehr wohl intendierten Bezug zu anderen Rassismen eines japanophoben Amerikas, welche bis zur Internierung von Menschen gingen, und wovon der Schauspieler in seiner Kindheit selbst betroffen war. Nein, dieses neue Star Trek „outet“ sich damit einmal mehr als Marketing-getrieben, gedankenlos, geschichtsvergessen und oberflächlich. Und wie schlecht muss es erst um eine Presse stehen, die so ein Verhalten noch unkritisch bis wohlwollend und begeistert aufnimmt.
Besonders pikant ist die Geschichte allerdings aus feministischer Sicht, da für die Figur des Hikaru Sulu im Orginaluniversum als einziger aus der Stamm-Crew dereinst schonmal eine biologische Tochter erfunden wurde die noch dazu in die Fussstapfen ihres Vaters trat (zu sehen in „Star Trek Generations“, 1994), und konterkariert eben nicht so ein problematischer Sohn war wie ihn der (pseudo)patriarchal-dominante Kirk hatte.‘

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