Kommunikationsproblem: lehnen ESRB und PEGI „Criminal Girls 2“ wirklich nicht ab?

Fünf Wochen vor dem angekündigten Release eines Videospiels wäre es schon gut zu wissen ob jemand für eine Vorbestellung wie dessen Import später potentiell in den Knast wandert – zumindest vom Plattformeigner wo es einzig und allein gespielt werden sollte, das heißt von Sony (!).

Außer einer letzte Woche durchgesickerten Übersetzung der USK/OLJB-Einschätzung ist immer noch relativ wenig bekannt, obwohl die Vorwürfe kaum schwerwiegender sein könnten. Die Behauptung des Publishers, wonach der Titel Kennzeichnungen von ESRB und PEGI tragen wird, oder diese bereits erhalten hat, ist immer noch aufrecht. Obwohl schon der Vorgänger – aufgrund sexueller Gewalt (!) – die Höchstfreigabe dort erhalten hat, würde die Fortsetzung demnach in Resteuropa sogar noch eine niedrigere Freigabe erhalten. Andererseits hat dieser erste Teil selbst in Deutschland von den Obersten Landesjugendbehörden noch eine Jugendfreigabe bekommen…

Die PEGI ist prinzipiell eine Einrichtung tatsächlicher Selbstregulierung, im Falle von Ungereimtheiten kommt es jedoch zu Überprüfungen. Ablehnungen von Kennzeichen sind bei der PEGI vorerst jedoch keine bekannt geworden – die europäische Selbstregulierung der Branche, welche vor fünfzehn Jahren entstand, schien bislang lückenlos zu funktionieren.

Am wahrscheinlichsten ist deshalb, dass der Publisher zwar ein PEGI-16 beantragt hat, am Ende aber ein PEGI-18 (wieder) herausschauen wird. Im Importhandel wird die europäische Version des Spiels – entgegen der Behauptung des Publishers und eines Trailers – auch schon so, als „PEGI 18“, gelistet.

In Nordamerika ist dies anders – die ESRB arbeitet ähnlicher wie die USK in Deutschland, obwohl unabhängig von staatlicher Einflußnahme oder Entscheidungsgewalt. An ihren Einschätzungen orientieren sich im Westen für gewöhnlich sämtliche Inhalte – vor allem auf Konsolen.

Und auch aus Nordamerika gibt es keine neuen Informationen, keine Bestätigung der Behauptung der zweite Teil würde dort dieselbe Freigabe wie der erste erhalten, zumal die australische Regierung (analog zu den Deutschen) offenbar keine Ablehnungen von Kennzeichen mehr öffentlich mitteilt. In Asien ist die japanische Version im Spätherbst letzten Jahres erschienen, seitdem bei Sony erhältlich (oder über den Importhandel verfügbar), das heißt noch bevor Zensurmaßnahmen für einen westlichen Release überhaupt egriffen wurden – trotz deren Implementierung es jetzt im Westen inkriminiert worden ist.

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