Ersteindruck „PES 2017“

„Pro Evolution Soccer“ neu: vorgestern war Konami wieder als erster dran und veröffentlichte eine weitere Probierfassung seines alljährlichen Fußball-Videospiels, Electronic Arts (EA) ist in zwei Wochen dran: ab dann wird wieder gestritten werden können, wer dieses Jahr besser gewesen ist.

Oder auch nicht, denn der Anspiel-Kick von Konami fühlt sich verdächtig ähnlich wie letztes Jahr an, oder wie das Spiel zur „Euro“ – das ja leider nur ein Re-Packaging von „Pro Evolution Soccer 2016“ war. Neu ist vor allem die Grafik, ähnlich wie bei EA: erstmals seit „2014“ 2013 wurde wieder substantiell an der Technik geschraubt. Vorbei ist der leichte Plastik-Look von früher, die Beleuchtung – seit damals eine der großen Stärken von Kojima’s Fox Engine – wurde noch weiter verbessert. Revolutionär ist diesmal vor allem die Grasdarstellung, welche nun nicht mehr einen Bruch zwischen der Darstellung während des Spiels und „Zwischensequenzen“ wie Wiederholungen oder TV-Illusion aufweist: erstmals in einer Fußballsimulation ist nun von Haus aus ein durchgehend plastischer Bodenbelag sichtbar. Und wie schön sieht dieser grüne Rasen doch auch aus!

Ein Wermutstropfen bleibt hingegen die verschärfte Lizenzsituation: EA gab mit der diesjährigen „Euro“ jeden Anspruch auf jene der UEFA ab. Die UEFA ist nun voll in japanischer Videospiel-Hand: Konami nutzte diese heuer trotzdem lediglich halbherzig, zumal es wahrscheinlich noch teurere „Zustimmungen“ rund um das Großereignis bedürfen hätte, um eine authentische Stimmung einzufangen.

Hinzu kommt, dass EA Bayern München und Manchester United komplett an sich gebunden hat – etwa diese beiden Klubs nun vollständig nicht mehr bei Konami vertreten sein werden. Stattdessen wurde eine Kooperation mit Barca (dem FC Barcelona, samt Lionel Messi – dem langjährigen Coverboy von EA) sowie Borussia Dortmund verlautbart. Dieser Lizenz-Hickhack ist für treue Fans zweifellos schade und verhindert etwa auch eine durchgehend konsistente Erfahrung auf beiden Seiten: während EA die Champions League fehlt, fehlen Konami einzelne Klubs zur Identifikation.

Dabei kümmert sich Konami weiterhin keineswegs um positive PR-Geschichten wie eine Integration von Frauenfußball, der im Grunde ja auch bei EA nur Marketing-zweckhaft marginalisiert vorhanden ist: zumal Konami seit einiger Zeit jetzt auch schon eine große F2P-Variante auf Konsole liefert, in welcher das Potential zu Abzocke und Versüchtigung von EA’s voll und ganz auf Mikrotransaktionen setzendem „FIFA Ultimate Team“ noch deutlicher wird…

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