„Feedback“ zu Christoph Bareither

Wegen Sueddeutsche.de (via VDVC-Forum): ‚“Der Krieg gegen den Terror“ ist ein politischer Slogan seit (nach) 9/11 (gewesen). Für Peter Ustinov war „Krieg“ etwa ein Mittel der Reichen und „Terror“ eines der Armen.
„Counter-Strike“ ist wirklich schon älter: mit seinen Ideen über Bombenlegung und Geiselbefreiungen repräsentiert es ganz und gar nicht das was dieser Slogan impliziert. Und ob Fahnen plakativ verkehrt herum aufhängen, wie in „Spec Ops – The Line“, oder ProtagonistInnen in Opferrollen zu drängen, wie in „This War of Mine“, bei gleichzeitiger Ausblendung deren off-screen erfolgender Taten zwecks des Topos „Überleben“, die Bezeichnung „Antikriegsspiel“ rechtfertigt einfach fraglich. Fraglich auch, ob nicht vielmehr Titel die beim Thema Gewalt über eine funktionalistische Dimension hinausgehen, wie „Manhunt“ oder „Medal of Honor“ – auch Genre-Konventionen brechende, wie „No Russian“ in „Modern Warfare 2“ -, sich nicht stattdessen das Attribut „kritisch“ verdient hätten, anstatt als sensationslüstern, militaristisch, unmoralisch oder spekulativ auch von SpielerInnen-Seite selbst verurteilt zu werden. Alles Inhalte welche in der PR-getriebenen Videospielindustrie von heute aus wohl genau dem Grund ihrer öffentlichen Beanstandung gar nicht mehr hergestellt werden.

Wobei „Killerspiele“ seit jeher auch auf (sportlichen) Wettbewerb reduziert wurden. Und diese Reduktion war keineswegs je hilfreich: im Gegenteil änderte die sozialromantische Vorstellung eines kreativen, konstruktiven oder positiv bewertet kollektiven Umgangs mit häufig inkriminierten Spielen eher nichts an ihrer negativen öffentlichen Wahrnehmung.
Wiederum wurden Vorurteile und Ressentiments diesbezüglich eher verlängert, wenn die Unterteilung zwischen „Mainstream“ und etwa „Indie“-Titeln ihrerseits in Gaming-Communities vielfach zu Anfeindungen von „Call of Duty“-SpielerInnen und Co. führen. Und zu einer höheren Akzeptanz von „Killerspielen“ hat das alles zusammen, diese „empirisch“-normativen Vereinfachungen und die nunmehr in dieser Form vorhandene Repräsentation in Breitenmedien, siehe die unmittelbaren Reaktionen auf München von politischer Seite, eben auch nicht unbedingt beigetragen.‘

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