Neuer Kommentar zur Bundeswehr-Werbung

Replik beim VDVC: ‚Ich glaub nicht, dass bei der Bundeswehr mit diesem Sujet überhaupt an Shooter gedacht wurde. Die traditionell als (Pro-)“Kriegsspiele“ verschrienen Genres, das heißt auch das RTS, befinden sich trotz der vielleicht drei weiterhin erfolgreichen Franchises jedes Jahr auf einem doch deutlich absteigenden Ast – ihren Platz hat eher der MOBA-Bereich eingenommen. Sogar Kartenspiele würde ich heutzutage als teilweise populärer ansehen. Ein Konzept wie das einer „LAN-Party“ schließlich, trotz der Medialisierung von E-Sport, komplett in den spätestens frühen Nullerjahren verorten.
Nicht zuletzt halten sich Neuentwicklungen im AAA-Bereich diesbezüglich auf jeden Fall sichtbar in Grenzen: wo früher jährlich Dutzende Shooter im Retail erschienen sind, sind es heute vielleicht gerade mal eine Handvoll. Der Rest geht in der Masse an Download-Titeln unter.
Auch das hat die Verbreiterung des Mediums so mit sich gebracht – gut möglich, dass an die „Killerspiel“-Debatte (und die Positionen welche diesbezüglich bei der Bundeswehr früher eingenommen wurden) dabei gar niemand mehr denkt, trotz München. Wobei dieses letzte Gewaltverbrechen das auf Games bezogen wurde das kollektive Bewusstsein schon wieder verlassen zu haben scheint – in diesen Tagen sind es erneut bereits eher „Reichsbürger“ und „Killer“-Clowns welche eine Öffentlichkeit beschäftigen, steht absurder Weise ein kulturhistorisch fest gewachsenes und auf eine äußerst lange Tradition zurückblicken könnendes Phänomen wie die Clownerie unter Generalverdacht, wird tendenziell anderes pathologisiert und/oder kriminalisiert – nicht zuletzt gleich (küchen)psychologisch verallgemeinerte Abstraktionen wie „Hass“: oft scheint sich mir diese überaus saturierte westliche Welt in der „wir“ leben nunmehr gar in einem Wettstreit darüber zu befinden, wer in ihr die besseren Gefühle aufweisen würde.
Eine zunehmend politisierte Öffentlichkeit kennt heutzutage auch andere zu repräsentierende FeindInnenbilder als videospielende Menschen: Medien wie SPON brauchen (nach der Krimkrise) ganz einfach keine Stereotype wie „böse Russen“ in Games mehr vorgeben zu „kritisieren“, wobei einen Games ablehnenden Konsens zu erreichen in diesem Klima ebenfalls immer schwieriger werden dürfte – siehe den Bedeutungswandel den ein Jürgen Elsässer (früher mit Rudolf Hänsel) durchgemacht hat -, weshalb sich die im Sommer kurz aufgeflammte „Debatte“ auch schnell wieder verflüchtigte – kurzum: ein Propagandatitel wie „Deutschlands Armee“ liegt heutzutage ferner denn je – mit oder ohne solcher Kampagnen der Bundeswehr.‘

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