Polternder Philosoph #8

Weiterer Kommentar… ‚Das sehe ich halt (leider) auch komplett anders: erneut sollen hiermit Prinzipien einer angeblich ganz anders gelagerten, großen „Realität“ Games vorgehalten werden. Nein: wenn in „Super Mario“, oder einem Shooter mit Respawn, die Figur einmal stirbt

war das schon ein Ende – die Bedeutungslosigkeit, diese zu trivialisierende Nicht-Konsequenz ist vielmehr etwas das Games von außen aufgezwungen wird, um sie gemäß ihrer öffentlichen Wahrnehmung weiterhin als Banalitäten präsentieren zu können. Doch das was Games ermöglichen könnte vielmehr als neue Chance – auch Lebenschance vor dem Bildschirm, der Brille – interpretiert werden.

Warum wird bei diesem Blick auf Medien ständig mit teils uralten, importierten Ideen aus den USA gearbeitet – wie hier dem Konsequentialismus? Soll gerade das noch als „kritisch“ verkauft werden?
Mit Figuren wie Thomas Nagel waren diese Vorstellungen doch schon längst auch einmal überwunden gewesen. Sind diese oberflächlichen Vereinfachungen wirklich so attraktiv?‘

Daran anknüpfende Replik bei Webedia: ‚Wie bitte? Der Kommentar von Herrn Graf ist komplett gegenteilig zu Ihrer Kritik: Graf wiederholte doch nur die üblichen Ressentiments gegen Gewaltdarstellungen und die gängigen, klischeehaften Vorbehalte in Hinblick auf Games als banale Medien.
Und warum wird gleich wieder das Feindbild „Gamergate“ bemüht, mit Ausschluss gedroht und Zensur als Negativum infrage gestellt? Ihre Kritik ist doch haargenau dieselbe welche auch aus der Gamergate-Ecke zu hören ist, die meiner Meinung nach ohnehin (auch) eine Fiktion ist: dass Games ebenfalls anders wahrgenommen werden könnten – und sich so weiterentwickeln, anstatt abgelehnt. Oder weshalb sollte diese „Trivialisierung“, wie Sie völlig zurecht schreiben, nicht auf etwas aufmerksam machen können? Warum wird „Trivialität“, neben der Verwendung von Stereotypien, ständig als Vorwurf missbraucht? Genormte Menschen (und Medien) sind doch nicht der Weisheit letzter Schluss!?
Sie sollten, in letzter „Konsequenz“ – so als neuerliche „Wirkung“ -, wirklich nur noch Ihre Vorwürfe überprüfen – auf halbem Weg liegen Sie doch schon ganz richtig. Zensur meint übrigens Informationskontrolle, nicht mehr – aber auch nicht weniger.‘

Sowie (trotzdem) eine ausdrückliche Empfehlung für den Text von Dom Schott beim VDVC (noch nicht freigeschaltet). Nachtrag – Replik beim VDVC: ‚Stimmt, aber das könnte auch für Spiele mit allein konventionellen Waffen behauptet werden: nur besonders rigide Modi, mit etwa auch Permadeath, würden Gewalthandlungen dann nicht trivialisieren. Aber wieso ausgerechnet das: dürfte der Logik von „Spaß“ zufolge das dann doch Spaß machen?
Inwiefern das etwa auf „Verdun“ zutrifft kann ich (noch) nicht beurteilen, aber im Vorfeld zur Veröffentlichung von „Battlefield 1“ ist mir schon aufgefallen dass dieser kleinere Titel als „realistischere“ Alternative gelobt wurde – zum Beispiel hier sogar auch von Herrn Wilhelm http://derstandard.at/2000043390269/Battlefield-1-Alternative-Weltkrieg-Shooter-Verdun-punktet-mit-Realismus

Zu 99% stimme ich Schott jedenfalls zu: die Kolumne, als welche er seine Analyse begreift, finde ich gut, richtig und wichtig – aber wohl aus ganz anderen Gründen als er selber, vor allem nämlich weil er zumindest vorderhand eben nicht auf Spaß abstellt, sondern ein „modernes Kriegsspiel“ begreift und beschreibt. Darum scheint es ihm jedoch gar nicht zu gehen, sondern um Solidarität mit dem Kollegen Graf zu demonstrieren – sich mit zu empören – und das finde ich sehr sehr schade.

Den Inhalt würde ich wohl genauso sehen wie er. Nur seine Schlussfolgerung aus dieser Feststellung von Trivialität kann ich nicht nachvollziehen: ich verstehe nicht wieso so ein modernes Spiel dann trotzdem nur für die Kampagne als schöne Sonntagsrede herhalten darf, aber im Multiplayer-Alltag unter der Woche nicht – um einmal ein Bild aus der Religionsausübung zu gebrauchen. Erlaubt scheint der Inhalt nur als ermahnende Predigt zu sein, aber nicht wenn er ständig wiederholt wird. Doch das schlimme an ABC-Waffen ist ja gerade, dass sie einmal als legitime Option galten, und letztlich auch als Mittel zum Zweck – sonst wären sie ja nicht entwickelt (und zumindest teilweise auch eingesetzt) worden.‘

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