Polternder Philosoph #9

Immer noch der Erste Weltkrieg in einem „Spiel“: vorderhand weiterhin ein klarer Fall für Empörung im Entrüstungskarussell – Replik: ‚Im anderen Artikel wird Gewalt doch auch nur mit Unreife zusammengebracht – die Werturteile bleiben dieselben, werden keineswegs herausgefordert: dasselbe gilt für die einzige Alternative – Empathieinseln, Betroffenheit/Mahnung aus dem Indie-Bereich.

Das Problem sind die Vorurteile und Ressentiments welche Videospiele über diesen Weg einer Pseudo-„Auseinandersetzung“ und angeblich eigenen Begeisterung für das Medium immer und immer wieder (erst) nur als triviale oder banale Unterhaltung für Pubertierende ausweisen, keine „Moralkeule“: ich finde derlei „Rezensionen“ ausdrücklich unmoralisch, menschenverachtend usw. – in ihrer Arroganz/Einbildung so „Kritik“ gegen „Fans“ beständig vorstellig machen zu sollen –
Und das hat nichts mit Verschwörungen oder „Moral“ zu tun, sondern in erster Linie mit dem zutiefst ignoranten Selbstverständnis das in diesem überheblichen Journalismus momentan in der Form präsent ist – woran ich sehr viel Bestätigungen aus den „sozialen“ Medien die Schuld gebe…‘

Nachtrag zu weiteren Nicht-Berücksichtigungen, sowie infamen Verleumdungen: ‚Und wo genau diskutiert obiger Text die „Historizität“ dieses Titels? „Schrecken des Krieges“ verweist auf Emotionalität, nicht das – darüber hinaus ist die Option impressionistischer Erinnerungskultur und/oder Geschichtsschreibung aus dem Gedächtnis

Diese geschmacklosen, völlig jenseitigen Tweets welche EA dazu rausgeschickt hat (ja ich weiß schon, später wieder „gelöscht“) würden noch dazu eine gänzlich andere Sprache sprechen
Der Text tut nichts anderes als die üblichen Vorwürfe oberflächlicher Gedankenlosigkeit kund – mit Hilfe eines ideologischen Realismus, der dem Spiel einfach so unterstellt wird: was welches journalistische Ethos nochmal wie verantwortet?? Sie nicht daran hindert eine bodenlose Ungeheuerlichkeit nach der anderen von sich zu geben???
Bleiben Sie einfach bei Ihren Leisten, Phrasen und Vereinnahmungen – versuchen Sie aber nicht eine „kritische“ Haltung zu konstruieren wo einfach keine vorhanden ist… Bis auf die üblichen Vorbehalte gegen traditionelle Videospiele.‘

Und im Vergleich als (Genre-)“Konsument“: ‚In dieser „Kolumne“ wird der Titel als „modernes Kriegsspiel“ gelobt, nur der Multiplayer mit seinem Regelwerk komplett abgelehnt – weil er dieses negativ „trivialisieren“ würde:

http://www.gamepro.de/artikel/battlefield-1-dice-hat-endlich-das-moderne-kriegsspiel-erfunden-aber-der-preis-dafuer-ist-hoch,3304637.html Hier gleich das gesamte Produkt in Richtung Vergnügungspark verrissen: wäre ich ein Rezipient der einfach nur informiert werden möchte, käme ich mir vor wie ein Objekt im Wahlkampf. Zumal sich auf Details wie Friendly Fire dem Vernehmen nach gleich gar nicht eingelassen werden möchte.
Nur für den Multiplayer wird die Losung Zurückhaltung ausgegeben – die Konsequenz könnte durchaus sein, dass sich auch diese Franchise in Richtung Science-Fiction (wie „Call of Duty“) oder Fantasy zurückziehen wird… Absurd: das Spiel hat in Deutschland sogar eine niedrigere Freigabe als in den Gegenwartsszenarien erhalten.‘ Nachlese.

7. November: ‚Nein. Allein das Verhalten zum Bruch der Genre-Konvention in No Russian aus Modern Warfare 2 ist historisch belegt, das heißt sowohl Konventionen als auch deren Brüche sind demnach nicht erwünscht, aber dieser Begriff scheint hier ja gleich geleugnet

werden zu sollen – während in der „Rezension“ praktisch nur noch der Vorwurf fehlt, dass aus technischen Gründen etwa Leichen im Spiel verschwinden. Einer der beliebtesten Vorwürfe aus der Killerspiel-„Debatte“ in den Nullerjahren: jede Genrekonvention wird dem Spiel darin vorgeworfen – wenn das für das Musiktheater genauso gelten würde gäbe es keine Anne Frank-Oper.
Bei „Xtreme 3“ wurden die Menschen mit der VR-Brille herabgewürdigt und sexuell denunziert, ansonsten jede Gewaltdarstellung mittlerweile plakativ reduziert – und das vom selben Autor welcher dereinst hier vor jetzt fast zehn Jahren das erste „Modern Warfare“ tatsächlich positiv rezensiert hat: der Marsch durch die Institutionen – vom kritischen Gamer zum Empörungslobbyisten…‘

8. November: ‚Und warum sagen Sie dann nicht, dass das Spiel etwa lächerlich oder ein Blödsinn ist, seinem Gegenstand nicht gerecht wird, oder sogar die Opfer des Ersten Weltkriegs verhöhnt, sondern bedienen stattdessen praktisch jedes Klischee das über Shooter je

im Umlauf war: Ihre „Kritik“ hat mit spezifisch dem Titel doch überhaupt nichts zu tun, sondern ließe sich über die meisten populären Shooter sagen – mit dem einzigen Maßstab der „Realität“: Alan Moore beschrieb auch nicht das reale Vietnam. Entweder als Kalkül oder unbeabsichtigt, aber würden es sich die Verantwortlichen im Räderwerk zu Herzen nehmen große Titel nur noch gleichförmiger und belangloser (wie „Overwatch“) werden, sich noch mehr in Richtung Zukunftsszenerien (wie „Call of Duty“ in den letzten Jahren) verabschieden – nur um ja nicht zu provozieren und damit negativ aufzufallen… Zumal die Vorwürfe dann, wenn gleich nebenan vom selben Hersteller „Titanfall 2“ aus den exakt gleichen Gründen noch gelobt wird, einfach bigott sind.‘

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