SPÖ-Parteitag(e) in Wien: „Die Presse“ übt sich offenbar in einer Form von „Kriegsberichterstattung“

Mangels echter militärischer Konflikte? Wer das martialische Vokabular in diesem Text liest kann sich schon einigermaßen wundern, wie es um den „Qualitätsjournalismus“ in diesem Land tatsächlich bestellt ist. Abgesehen von Verständnisproblemen, denn was mit „Stimmenstreichung“ im parteipolitischen Jargon eigentlich gemeint ist erklärt der Artikel (auch) keineswegs.

Von „Waffenstillständen“ ist da die Rede, sogar von einem „Gemetzel“ welches dort stattgefunden haben soll. Clickbaiting in Headlines sei Dank.

Die Kopfzeile irritiert in diesem Fall jedoch nur geringfügig mehr als der restliche Artikel: was ist gemeint? Zustimmungen von 80-90% (teilweise sogar noch weitaus höhere) sind auf solchen Veranstaltungen bekanntlich leider keine Seltenheit, sondern im Gegenteil die politisch erwünschte Regel – ja sogar eine personalpolitische Forderung. Gerade diese Werte werden für gewöhnlich nicht als demokratiepolitisch bedenklicher Kadergehorsam „kritisiert“, nein, sondern von einem dementsprechend fragwürdigen Demokratieverständnis demonstrativ als Akzeptanz, Einigkeit und Zusammenhalt Gleichgesinnter verstanden. Wer auch immer, mehr oder weniger erfreulich, zu diesen Gruppen jeweils gehört, überhaupt dazuzuzählen wäre.

Und fallen diese Werte, also personelle Zustimmungsraten, demnach in die Regionen von um die 70%, ist das dann auch kein Ausdruck politischer Lebendigkeit mehr, obwohl immer noch absolute Mehrheiten (sogar Zwei-Drittel-Mehrheiten), sondern in diesem journalistischen Sinn eben Zeichen von Tod und Leiden – halt einem „Gemetzel“. Hervorgerufen durch Brüche von „Waffenstillständen“, interpretiert als „Streichungen“.

Dabei hätte es „kritische“ Wortmeldungen gar nicht gegeben… Einfach nur komplett daneben, Herr Stuhlpfarrer.

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