Zu „Far Cry 5“ – und wieder Webedia…

Kommentar: ‚Die gesamte „Kritik“ an Trump und seine WählerInnen kreist um diese Vorstellungswelt. Beginnend beim Stadt-Land-Gefälle.
Letztes Jahr gerade auch bei den Bundespräsidentenwahlen hier in Österreich, den beiden Kandidaten dort, abzulesen. Schlimmer noch einen deutsch(sprachig)en Wikipedia-Artikel über Rednecks zu verlinken – der zwar negativ von Stereotypen spricht, aber dann selbst nichts anderes tut als diese zu reproduzieren.

Und „Far Cry“ war immer rural, setzte seine männlichen Bösewichte stets in ein entsprechendes Umfeld das ihnen freie Hand zur Manipulation ließ. Am radikalsten exerziert in „Far Cry 2“, wo sich der Landbevölkerung gleich entledigt wurde – was Euer Redakteur Christian Schmidt damals ja scheinbar überhaupt nicht verstand, nomen est omen.
Die Frage ist vielmehr ob Stereotype und Klischees immer negativ sind, so wie es einem die angeblich liberale Presse ständig verkaufen will. Und was an „Realität“ dazu eigentlich die Alternative wäre, überhaupt vorhanden bliebe.
Den Vorwürfen irgendwelcher rechter „Gamer“ und deren Selbstverständnis im Text noch indirekt zuzustimmen, ist nicht nur deshalb mehr als bigott: Ihr solltet besser wissen wo die Ausgewogenheit in Eurer Berichterstattung beginnt (und besser wieder endet).

Das alles schreibe ich (wieder mal) als „weißer“ Christ. Und das fiel mir schon im letzten GameStar-Editorial (06/2017) von Markus Schwerdtel überaus negativ auf, wo es darum ging eine Handlung wie die Landung in der Normandie mit Menschlichkeit aufzuladen.
Einerseits über Jahre einer einseitigen „Kritik“ an Titeln wie „Panzer Corps“ das Wort reden, Genrekonventionen sprengende Inhalte wie „No Russian“ unter dem Vorwand einer Spekulation mit niederen Instinkten und ludonarrative Dissonanz (mit „Tomb Raider“ 2013 als Running Gag in jedem fünften Video von Euch) als Differenzen abzulehnen, andererseits – um böse Naziklischees zu vermeiden und deshalb Nazis menschlicher gestalten wollend – an einer nicht von sich zu weisenden Relativierung des Nationalsozialismus arbeiten, denn als Historiker hoffe ich ist die Diskussion um „humane“ Wehrmachtssoldaten, so wie sie im Editorial anklingt, trotz diverser Degeto-Ästhetiken aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen (Weiterleitung an Berthold Seliger) längst vorbei.
Es ist nicht nötig Menschlichkeit zu verherrlichen, wenn dazu traditionell auch Grausamkeit und Unmenschlichkeit zählt. Besser wäre es stattdessen endlich mal Ambiguität und Ambivalenzen zu akzeptieren, anstatt Opferrollen und Gewaltverzicht ständig als die moralisch überlegenen Positionen zu begreifen – die Geschlechtlichkeit des Menschen oder Gewaltinhalte gerade mal fürs Clickbaiting zu gebrauchen.‘

Nachlese

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