„>observer_“ auf der E3 2017: Gameslice/Google zensieren kulturelle Anmerkungen?

Eine Sternstunde mit unvergesslichen Augenblicken gestern bei Geoff Keighley: in einem überlangen Interview fielen dem unscheinbaren Marketing-Repräsentanten der Krakauer „Layers of Fear“-EntwicklerInnen für deren neues Werk „>observer_“ (hinter Agegate) ein paar absolut druckreife und denkwürdige Sätze zur Ungleichheit in Osteuropa ein. Die geschliffene Wortwahl schien den Sprecher dabei selbst zu überraschen.

Diese glorreichen Worte dürften für die Öffentlichkeit jedoch auf ewig unmittelbar verloren gegangen sein, denn in der gespeicherten Aufzeichnung des Interviews bricht das Video kurz vorher plötzlich ab.

Möglicherweise schien es im gedankenlosen Editing einfach zu lang, oder aber war doch der scheinbare Umstand, dass in den Zeilen die Macher des Spiels mit dem Ausdruck „low life“ in Verbindung gebracht wurden, zu heikel und – wie in vorgeblich „korrekten“ Zeiten leider ja schon üblich – zu „unpassend“ in Hinblick auf „Stereotype“. Für ein Medium, das dank der unsozialen Medien heutzutage mehr denn je mit den oberflächlichen Unterhaltungsergebnissen einer Spaßgesellschaft beleidigt und konfrontiert – zwischendurch und offenbar obligatorisch auch immer wieder in den Keighley-Sendungen der letzten Jahre, unter dem Deckmantel von „Kreativität“ – eine löbliche Ausnahme. Und schon ein vermeintlicher Fehler?

Wobei im (ersten Teil?) der sechsstündigen Aufzeichnung des gestrigen Live-Streams das Interview bislang sowieso fehlt. Andere Bilder, die unfreiwillig Aufnahmen von Josef Fares‘ Handy zeigten, wurden dafür nicht herausgeschnitten. Ob die Interviewpassagen unfreiwillig oder nicht fehlen: auf jeden Fall sind die Umstände schon sehr seltsam. Oder auch nicht, denn keineswegs nur Eichhörnchen wie Conker allein werden wissen welche Repräsentation (wie Maskottchen) demnach statt einer selbst so erwünscht sind:

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