Unterschiede

Kommentar: ‚(…) Das was hier beschrieben wurde ist eher der Unterschied zwischen „libertär“ und „liberal“ im heutigen Sinne, als „rechts“ und „links“. Wobei das was hier „rechts“ meint, wie Gylven schon sagte, auch eher das ist was früher unter „liberal“ verstanden wurde: heute meint „Liberalität“ etwa, dass für Frauen Beruf und Familie miteinander vereinbar sind. Eine Wahlfreiheit, dahingehend dass man über sein Leben selbst bestimmen kann (inklusive sozialer Sicherheit wie dem Wiedereinstieg in den Beruf nach der Karenz/Elternzeit) – und dann auch „Gleichheit“, für zum Beispiel eben Frauen. Andererseits ist „Liberalität“ auch keineswegs gleichbedeutend mit „Egalität“ (also Gleichheit), sondern mitunter eher das Gegenteil, das stimmt.
Allerdings funktioniert es einfach nicht „links sein“ mit einem starken Staat zu verbinden, denn dann wäre eine Ideologie wie der Anarchismus schon per Definition „rechts“.

„Kommunismus“ ist zudem ein (utopisches) Ideal das mit dem „real existierenden Sozialismus“ herzlich wenig gemeinsam hatte, sondern dieser wiederum feste Strukturen und (erneut) einen starken Staat erforderte. Deshalb sind die Ostblock-Diktaturen Linken kaum vorzuwerfen, auch wenn sie im Westen teilweise davon profitieren mochten: Einstellungsmerkmale wie Homophobie (Heterosexismus), Antisemitismus (als eher nur vorgeblich auf den Staat Israel reduzierter „Antizionismus“) und eine allgemeine Skepsis gegenüber allem Neuen und/oder Fremdem waren auch dort weit verbreitet, selbst wenn traditioneller Rassismus von Staatswegen quasi „verboten“ war. So galten Schwule etwa entweder als „krank“ oder „dekadent“ und wurden nicht mit der erwünschten „Stärke“ und Produktivität assoziiert.

Und das sieht man etwa auch am Umgang mit der Migration im heutigen Osteuropa, der Stärke konservativer Bewegungen dort: diese Gesellschaften wurden im 20. Jahrhundert schon nicht sehr verändert und fühlen sich heutzutage deshalb oft schnell überfordert.
Rechte brauchen sich dafür mit dem Faschismus keineswegs identifizieren, schon aus dem einfachen (und beschriebenen) Grund, dass auch sie, als Traditionsbewusste, einen starken Staat ablehnen können… Aus historischer Sicht stand „links“ immer für Veränderung, während „rechts“ für die Aufrechterhaltung der Ordnung stand. Deshalb galten im 19. Jahrhundert auch protofaschistische Gruppen als „radikale Linke“ – so absurd das aus heutiger Sicht auch erscheinen mag.‘

Nachtrag zum bemerkenswerten Zitat „Vielleicht gucke ich einfach was für mein Hobby Gaming am besten ist (…)“: ‚(…)
Das ist auch nicht verkehrt meine ich, denn es ist eben nicht so dass die eigenen Interessen (und damit Unterschiede) partout nicht wichtig wären: leider leben wir in einer Zeit in der das Engagement für vermeintlich höhere Anliegen samt entsprechendem Markteinsatz zu Prestigezwecken dominiert, obwohl derlei Profilierungen oft auch nur egoistische Hintergründe (wie die Vorstellung eigener moralischer Überlegenheit) haben: in der Wissensgesellschaft ist viel Information widersprüchlich und macht eigentlich vieles keinerlei Sinn (mehr), doch auch persönliche Vorlieben können darin Orientierung bieten und Wert haben.‘

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