Zum (nicht-)öffentlichen Sterben in der Videospiel-Branche

Neuer Kommentar samt Replik zur Manipulation: ‚“Details über Corey Gaspurs Tod gibt es nicht.“ Soviel zur industriellen Transparenz, hier wohl unter dem Deckmantel von Pietät und Persönlichkeitsrechten – man stelle sich vor in einer anderen Kultur/Kreativindustrie würde mit dem Tod ähnlich wichtiger Persönlichkeiten so umgegangen werden: mit Leuten wie Bernd Eichinger oder Douglas Adams früher.
Nur weil sie sich nicht als Personen des öffentlichen Lebens begreifen oder begriffen haben.
Diese Verhalten und diese Einstellungen sind annähernd gleichbedeutend als würde damit kommuniziert werden, dass sie sowieso austauschbar sind/waren und ihre in Teams gebildeten „Produkte“ halt keinen singulären oder individuellen Ausdruck darstellen.

Ausschließlich an Schönwetter-Tagen wieder selbstgefällig über Spiele als Kunst referieren, zugegeben: eigentlich eh nur wenn es um die sogenannten „Indies“ geht…

Aber bei manchen populären, wie Iwata damals, ihren Tod hernach noch für sentimentales Marketing missbrauchen – weil es die Öffentlichkeitsarbeit von Hollywood sonst in den „sozialen Medien“ (etwa bei Robin Williams) ja genau so vorgemacht hat. Abscheulich.

Eine solche Todesmeldung ist deshalb ähnlich zynisch wie wenn einfach bekanntgegeben werden würde, dass eine Führungspersönlichkeit in leitender Position ausgetauscht worden ist – genau so wie es bei BioWare, Naughty Dog und Co. in letzter Zeit ja auch oft der Fall war – und genau so muss es für denkende Menschen rüberkommen, die noch imstande sind emotionalisierte Hypokrisie zu reflektieren und personelle Turbulenzen zu erkennen (über die übliche „everything is fine with us, and deplorable are all the others“-Mentalität in den mehr oder weniger hermetisch geschlossenen, aber angeblich ja so weltoffenen Zirkeln auf Twitter und Co. hinwegzusehen).

„(…) bisher wurden häufig die Todesumstände von Größen in der Gaming-Branche bekannt gegeben (in der Regel schwere Krankheit)“ – kann mich nicht erinnern.
Eben auch bei Iwata wurde die Krebserkrankung mit allen Regeln der Kunst verschleiert – bis er sich immer rarer machte und plötzlich tot war.
Einzige Ausnahme: Apple. Auch dort wurde der Gesundheitszustand von Jobs jahrelang beschönigt, vermutlich um den Aktienkurs nicht zu belasten.‘

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