Kultur, Sprache und ein Journalismus voller übelster Unterstellungen

Erneut unfassbar, diese Berichterstattung. Und dieser Artikel war noch der neutralste den ich gefunden habe (1200 Zeichen): ‚Das fragwürdigste an dieser Rede ist die Erwähnung Schuberts, falls damit der Komponist gemeint war… Als Österreicher ist das für mich mittlerweile ein deutschnationaler Übergriff.
Geteilter Meinung kann man auch sein, wenn Gauland auf den Namen Rommel (dem Vater?) zu sprechen kommt – und offenbar der Meinung ist dieser sei ein Widerstandskämpfer gewesen.
Skandalös ist wieder mal weitaus eher die Anmoderation im Video ganz oben, wenn diese suggeriert dass Gaulands Äußerungen „wieder“ (!?) strafrechtlich relevant sein könnten. Das ist völlig absurd.
Und weder zeugt Gaulands Auftritt von der üblichen Schlussstrich-Mentalität, noch hat er damit die Verbrechen der Wehrmacht in irgendeiner Form relativiert. Ansonsten gilt: wo bitte?
Die Rede über „Leistungen“ steht eher in der Tradition von Van Crefeld und meint damit zweifellos gegenseitigen Respekt. Niemanden kann ernsthaft vorgeworfen werden, nicht gewillt zu sein deutsche Geschichte auf zwölf Jahre im 20. Jahrhundert zu reduzieren – ich hoffe nämlich mal dass Gauland den Weg dorthin ebenfalls berücksichtigt. Ansonsten kann und sollte Rassismus auch einer Politikerin vorgeworfen werden, die Kultur auf Sprache empiristisch reduziert‘

Nachtrag – Replik: ‚Selbst ein Höcke ist formal auch ein Historiker – welche Werturteile und Diffamierungen gegen solche „Außenseiter“ einen Historiker für manche sonst leider auch erst ausmachen würden. Dass diese Ablehnung und dieses Unverständnis eine Gesellschaft entlarvt, die sich selbst für „inklusiv“ hält, aus geisteswissenschaftlicher Sicht dann nur mehr ein trauriges Nebenprodukt.‘ Der Springer-Verlag hat es anscheinend vorgezogen meinen Beitrag (auch) erst nach über einer halben Stunde zu veröffentlichen – vermutlich wegen dem letzten Satz: in einer Gesellschaft welche Rassismus immer nur auf „die Anderen“ bezieht, die eigene Menschenverachtung, die eigene Ablehnung und Ausgrenzung, widerwärtige Tendenz zu Pathologisierungen, sowie den eigenen Hass gleichzeitig beflissentlich ignoriert – dabei ist und bleibt selbst diese Deutungshoheit über Rassismus schon längst rassistisch…

Ergänzung: „Also nochmal: wo in der bei anderen Artikeln auf Video auch verlinkten, 18-minütigen Rede, hat Gauland bitte gefordert „einen Schlussstrich unter die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus zu ziehen“. Im Gegenteil hatte er sich in Minute 15 noch dezidiert gegen Geschlichtsklitterung in Form einer Säuberung der eigenen Geschichte gewandt. Er hat auch überhaupt etwas ganz anderes gesagt, nämlich dass die falsche Vergangenheit deshalb nicht mehr vorgehalten werden braucht, da sie eine heutige Identität nicht mehr betrifft – und das hat eine ganz andere Bedeutung: war darüber hinaus ruhig, besonnen und zeugte – für einen Konservativen – von edler Gesinnung
Die Wehrmachtsausstellungen – gerade mal zwanzig Jahre her – scheinen hier völlig vergessen zu werden: als führende Unionspolitiker, vor allem aus der CSU, gerade diese Distanz nicht erkennen ließen
Allein wie ein Gauweiler damals gegen Reemtsma hetzte. Alles vergessen?
Völlig absurd und geschichtsvergessen, dass eine Position wie Gaulands bislang in Deutschland nur aus der NPD bekannt gewesen sei – wie hier hinter einem Paygate, völlig abwegig, behauptet wird – nein, da kann auch die AfD-Satire zu Nordkorea nicht mehr witzig sein“ Video –

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