Replik zu „Wolfenstein“ – mit „South Park“ etc.

Comment: ‚Ein sehr guter Kommentar. Vielen Dank!
Ja „niemand“. Ausdrücklich sogar: „niemand“.

Und daran wird ansatzweise auch mal die Absurdität der Gesamtsituation deutlich. Dass sich an dem ganzen Aufwand und Co. alsbald nichts ändern wird macht jedoch allein schon die (sonstige) Berichterstattung über den Titel deutlich. In „GameStar 09/2017“ wird etwa die folgende Frage apostrophiert gestellt (36): „Was tun wir hier eigentlich, wir trivialisieren eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der Menschheit?“ Worauf Andreas Öjerfors, vermutlich übersetzt, antwortete: „Ich glaube, wir sehen Wolfenstein eher wie einen zerbrochenen Zerrspiegel, den wir vor die Geschichte Europas halten.“
Wobei weder auf diese Antwort, noch die Frage, später in irgendeiner Form eingegangen wird. Obwohl es sich gerade bei dieser vermeintlich überlegenen „Selbstkritik“ aufdrängt: was tut die (Publikums-)Zeitschrift da eigentlich? Warum trivialisiert (ausgerechnet sie!) „digitale“ Spiele, wertet sie tendenziell als minderwertigere Ausdrucksform usw.

Das prallt alles ganz einfach ab. Und hinzu kommt, dass praktisch von allen Seiten (das heißt einschließlich der Kreativen) der Charakter der Überzeichnung bei „Wolfenstein“ betont wird, und nicht etwa die melodramatischen (Betroffenheits-)Aspekte, also quasi „nur“ der geschmacklich (wiederum vermeintlich) „schlechte“ Witz des Ganzen.
Dasselbe dürfte übrigens für die beiden „South Park“-Spiele von Ubisoft gelten, deren Fäkalhumor neuerdings sowieso alles zu übertünchen und damit zu verdrängen scheint – den Faschismus der Schulkinder eingeschlossen. Rassismus könnte dort gut und gern ebenfalls auf einen Parameter reduziert worden sein – das dürfte voll und ganz ausreichen, um (politisch korrekt) „Kritik“ genannt zu werden.‘

Der ganze Artikel. Eine ganz eigene Form der Groteske: wenn vermeintliche „Satire“ selbst zur (ast)reinen Realsatire wird…

Antwort 8.10.17: ‚@RageBladeX [WLA]
Es wird eher so sein, dass (Shooter-)Spiele wie „Wolfenstein“ nicht noch populärer werden sollten, denn der Kulturbegriff ist dort erfahrungsgemäß sehr normiert.
Ab den Siebziger Jahren wurde etwa diskutiert ob eine Fernsehserie mit Meryl Streep sich dem Thema annehmen dürfte, oder es auch nur streifen. Mit einem Nachhall bis weit in die Neunziger und damit nach „Schindlers Liste“: die Debatte war breit gefächert (Darstellung des Undarstellbaren) und hatte sehr viele negative Stimmen – von Claude Lanzmann bis Robert Schindel. Zu Games gabs das noch nicht einmal ansatzweise.
Die inhaltlichen und ästhetischen Unterschiede welche heutzutage schon zwischen vielen Indies und etwa dem E-Sport herrschen, scheinen vielfach bereits längst unüberbrückbar zu sein. Von einzelnen Genres, wie Visual Novels, die ohnehin eher Literatur sind (in der Nachfolge der Interactive Fiction) ganz zu schweigen.‘

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