„Wolfenstein“ und Medienpolitik – oder (doch nur ) Politik in den Medien??

Kommentar – Stich/Reizwort Geschichte als Inhalt in Videospielen: ‚Man kann sich jetzt fragen ob es wegen dieser schlechten Presse für die deutsche Version zu einem kleinen Donnerwetter im Marketing des Zenimax-Konzerns kommt: so makellos wie sie wieder „die perfekte Entnazifizierung“ vorlegten, sich selbst vermutlich schon auf die Schulter klopfend.
(…)
Und auf bessere Zeiten für deutschsprachige Versionen hoffen.

Man darf sich aber auch wundern: machen für die (gedruckten) Zeitungen große Videospiele eigentlich immer alles falsch, oder könnten sie nicht auch einmal dafür gelobt werden wenn die Fiktion denn stimmt, sie also etwas richtig taten?
So bleibt in mir weiterhin der Eindruck des Vorurteils und Ressentiments dominant: nicht einmal ihren Antifaschismus kriegen die blöden Videospiele auf die Reihe, wenn sie denn mal (überhaupt) antifaschistisch sind… So die alleinige Meinung in den Redaktionen.

Wobei die (wenigstens indirekte) Behauptung der taz, wonach im deutschen „Wolfenstein“ jetzt nicht mehr gegen „Faschisten“ angetreten werden würde, sowieso kompletter Unsinn ist. Denn es existiert nunmal ein Unterschied zwischen Faschismus (im Allgemeinen) und Nationalsozialismus (im Besonderen), auch wenn dies wiederum der Zeitung leider nicht geläufig sein dürfte.‘

Die ZEIT (hinter einem Paygate) darüber wer (im Videospiel versteht sich!) den Zweiten Weltkrieg „gewonnen“ hat, und wer in „Wolfenstein“ so „bekämpft“ wird – der Artikel ist wohl nicht einmal die Anmeldung wert und unbeabsichtigter Weise in erster Linie vermutlich nur zum Fremdschämen (für derlei Revolver-in-Qualitätsnorm-Journalismus versteht sich) gedacht.

Sowie die taz: eigentlich gehts darin (wie üblich…) nur um reale Identität als Mittel der Repräsentation – reduziert zum Zweck wohlfühlender Erinnerungskultur, und eben gar nicht um das fiktionale Videospiel (!). Absolut unerträglich – völlig verantwortungslos sowieso.

Nachtrag 24. November. Replik: ‚Deshalb ist es auch so absurd da auf irgendwelche Paragraphen zu verweisen: Journalismus ist eben nicht gleich Journalismus.
Und die Publikumspresse rund um Computerspiele wurde dahingehend immer eher als Werbung wahrgenommen, als Werbung für Computerspiele – nichts anderes: die Verantwortlichen in Deutschland sahen ihre Tätigkeiten jedenfalls durch die Bank als „gleich wie sie“ (die Spiele) an. Leider wurden selbst Figuren wie Martin Deppe, die gerüchteweise sogar mal konkret davon betroffen waren, über all die Jahre historisch keinesfalls deutlicher. Aufklärung? Fehlanzeige!
Erst mit Publikationen wie der WASD (oder Lifestyle-Magazinen wie Edge und GEE früher) änderte sich der journalistische Rahmen – aber diese Änderung macht gerade derlei Dünkel, Distanz, Vorstellungen von „Kritik“ im Journalismus sonst klar – sämtliche Ideen welche dieses andere Schreiben über Videospiele überhaupt konstituieren, erst mit so fragwürdig machen, oder anders gefragt – schließt Begeisterung für ein Medium anzuerkennende journalistische Berichterstattung über ein Medium denn aus? Wie konkret die Bedrohungslage für Verlage gewesen ist, etwa ganze Auflagen wegen Hakenkreuzen zu verlieren, blieb deshalb weitgehend unklar – oft kann es, wegen der Heft-CDs im Printbereich, auch an den Vorgaben der DT-Control gelegen haben.‘

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