Neues zum „Bundesfighter“ (mit Gauland & Co.)

Kommentar: ‚Kürzlich entdeckte ich die beiden ersten „Dunkle Schatten“-Spiele auch auf einer Heft-CD in meinem Privatarchiv (wieder). Es handelte sich um diese hier: http://ogdb.eu/index.php?section=compilation&compid=1600 Die DT-Control wurde zwar schon im Frühjahr 1995 gegründet, aber von Rechtssicherheit kann im fraglichen Zeitraum (es handelt sich um eine Ausgabe für den November 1997) wohl noch keine Rede gewesen sein (die Umstellung der Freiwilligen Selbstkontrollen erfolgte ja erst 2003).
„Through the Darkest of Times“ von Jörg Friedrich und Sebastian Schulz wurde etwa mit entfernten Kennzeichen, aber einem authentisch nachgestellten Propagandaplakat im Hintergrund eines Bildes angekündigt. Da stellt sich etwa weiterhin die Frage wie mit Original-Propagandamitteln umzugehen wäre: in „Wolfenstein 3D“ (id Software, 1992) ertönt zu Beginn schließlich immer noch unkommentiert das Horst-Wessel-Lied, also da sehe ich – selbst ungeachtet der Gewaltinhalte – immer noch nur sehr schlechte Chancen für Deutschland. Der Kontext wird da ja schon berücksichtigt und offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen, wobei diese Evidenz vielleicht überhaupt der springende Punkt ist: wo auf der anderen Seite „schwere Jugendgefährdung“ dementsprechend erkennbar wäre, wird hier ein humanistisch-pädagogisch-aufklärerischer Eifer angenommen, so dass etwas eben nicht verfolgt wird. Allerdings betrifft dieser „differenzierte“ Umgang längst nicht nur Computerspiele: so erwarb ich vor kurzem die neue Blu-Ray von „Slaughterhouse-Five“ (George Roy Hill, 1972) aus dem Hause Koch Media. Und auch deren Verpackung erweckt den Eindruck, dass im Film statt Swastikas alternative Kennzeichen verwendet wurden (zumal das gewählte Motiv leicht missverständlich ist), was im Film selbst aber natürlich nicht der Fall ist.
Sollte jemand allerdings trotzdem etwas ungeniert veröffentlichen wollen und sich dann ungerecht behandelt fühlen, dürfte es mittlerweile als Beispiele viele Fälle geben auf die sich da, etwa bezogen auf den Gleichheitssatz, gestützt werden könnte.‘

Mein persönliches Lieblingsbeispiel: „Das Museum“, angeblich aus dem Jahr 1995 – obwohl ein OGDB-Eintrag dessen Erstausgabe auf 96 datiert.  Untertitel: „Das III. Reich“. Die Erstausgabe mit dem Plakat „Gegen das Vergessen“ besitze ich zwar leider nicht,  aber dafür eine spätere. Man beachte das Cover: ein alternatives Kreuz im Gösch, das scheinbar eine zerrissene Hakenkreuzfahne kennzeichnen soll (welche den angedeutet erkennbaren Linien zufolge aber sowieso keine gewesen ist) – ein echtes Sinnbild für den Umgang mit verfassungsfeindlichen Symbolen in Deutschland. Bei der (formalen) „Wirtschaftssimulation mit packenden Lerninhalten“ dürfte es zudem grundsätzlich sogar unklar gewesen sein, ob es sich um (herkömmliche) Unterhaltungssoftware handelt, oder nicht doch „nur“ ein Infoprogramm, denn ein vermeintliches Computerspiel ist halt längst nicht gleich Computerspiel (zumal der Begriff „Serious Game“ damals noch gar nicht geläufig war)…

Nachlese

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