WM-Update für „FIFA 18“ erscheint Ende des Monats, kostenlos…

In diesen Tagen geht eine Ära zu Ende… Electronic Arts (EA) verpasst sein Fußball-WM-Jubiläum, denn vor genau 20 Jahren erschien zum ersten Mal ein eigenes WM-Videospiel: auf „FIFA 98 – Die WM-Qualifikation“ Ende 1997 folgte nämlich 1998 „Die Weltmeisterschaft“ und begründete eine lange Tradition an WM- und (ab 2000) EM-Spielen.

Das Aus zeichnete sich jedoch schon 2012 ab, als EA sich entschied zur damaligen Euro nur einen Bezahl-DLC zu veröffentlichen. Die Begründungen dafür wirkten gewunden. Die Spiele waren im Grunde zwar immer nur abgespeckte Versionen der jeweils ein halbes Jahr davor veröffentlichten Ausgaben von „FIFA“, hatten aber auch immer so etwas wie den Charakter eines Fußballfests an sich und zumindest ein paar eigene Ideen mit an Bord. Noch fadenscheiniger ging es allerdings beim dann letzten Fußballfest 2014 zu: das kam zwar noch in den regulären Handel, aber nur mehr für die dann schon veralteten Konsolen PS3 und Xbox 360 – man wollte, so hieß es sinngemäß und damit der gerade Zeitgeist gewordenen „Videospiele für alle“-Ideologie folgend, mit der damaligen WM in Brasilien ein möglichst breites Publikum rund um den Erdball versorgen und keine (2014) elitären Märkte mit PS4 und Xbox One bedienen.

Weit eher waren natürlich die in dieser Generation gestiegen Produktionskosten dafür verantwortlich, welche sogar dafür sorgten dass in den letzten Jahren insgesamt nur mehr ein gefühlter Bruchteil an Großproduktionen erschienen sind (im Verhältnis zu Remaster und sonstigen Neuauflagen älterer und/oder ungebrochen populärer Spiele, zuletzt vor allem auf der Nintendo Switch)  – zumal eigene Versionen von „FIFA 14“ für die beiden damals neuen Konsolen von Sony und Microsoft Ende 2013 ja veröffentlicht wurden.

Für 2016 verlor Electronic Arts die UEFA-Lizenz überhaupt an Konami, und die machten EA die heutige Situation dann gewissermaßen vor: sie brachten zwar ein eigenes Spiel auf den Markt, dieses entpuppte sich aber nur als Rebranding ihres 2015er „Pro Evolution Soccer“, „PES 2016“: ein Gratis-Update in nur anderer Verpackung also, ganz ähnlich wie es Ronaldo im Trailer unten (hoffentlich nur fiktiv*) in seinen Koffer packt.

Immerhin soll die „kostenfreie“ WM-Lösung von Electronic Arts formal durchaus komplett sein und mit dem 20-Euro-„Euro“-DLC von 2012 demnach mithalten können. Und die Veröffentlichung erklärt wenigstens, weshalb „FIFA 18“ im Rahmen von „EA Access“ längst überfällig ist – etwas Wert wird „FIFA 18“ für EA so wohl immer noch haben, auch wenn es im Preis scheinbar schon längst gesenkt wurde und abgesehen von den (Online-)Sammelkarten, als nunmehrig zu vermutender Haupteinnahmequelle bei „FIFA“, der politisch gern problematisierte Veranstaltungsort, die WM wird im „böhsen“ Putin-Russland ausgetragen, nicht ganz eine Statistenrolle bei der Entscheidung von EA das „Fest“ (trotz auf Jahre hin eingekaufter Lizenz) nicht allzu groß zu feiern gespielt haben dürfte.
Unklar ist dafür noch immer, wie es mit „FIFA“ (nach dem WM-Update) auf der Switch weitergeht: während „FIFA 19“ – an sich – beinahe so gewiss ist wie der morgige Sonnenaufgang, wird sich erst zeigen müssen wieviel EA „FIFA“ als Switch-Software wert ist.

So soll sich ja nicht nur die Switch selbst gut verkaufen, sondern auch – im Unterschied zu ihrer Zeit Wii-Discs – deren Cartridges und Downloads, aber so gut das (noch) aktuelle Switch-„FIFA“ auch ist, es erinnert ebenfalls frappant an Eigenentwicklungen vergangener Tage und hinkt vom Gameplay her, und ohne einzelne Features wie etwa den Nationalteams der Frauen, den anderen „FIFA 18“-Versionen trotzdem Jahre hinterher.
Schließlich spendierte EA sowohl für die Wii U (ein „FIFA 13“ auf Basis von bestenfalls „FIFA 12“), als auch für die Vita (als Launch-Titel ohne Nummerierungen basierend auf „FIFA 11“) nur ein einziges eigenes Spiel. Zwar erschienen später noch weitere „FIFA“-Ausgaben für die Vita, doch bereits „FIFA 13“ entpuppte sich 2012 ein halbes Jahr nach dem Vita-Launch als absolute Mogelpackung – auch wenn das bereits damals nicht unbedingt überraschen hätte brauchen.

* die Hoffnung scheint vergebens – entsprechende Verpackungen scheinen an den Handel tatsächlich ausgeliefert worden zu sein…

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