Im Mürbteig der Medien

Kommentar: ‚Kann denn belegt werden, inwiefern sich der Verstorbene wirklich gegen politische Korrektheit und/oder die Politisierung des Mediums engagiert hätte? Ich habe schon gestern leider nichts gefunden, kein auch nur ansatzweise überzeugendes Statement oder so. Und im verlinkten Video behauptet der Sprecher (TheQuartering) an einer Stelle gleich zu Beginn (bei 0:36) im Gegenteil doch selbst, dass der Verstorbene am Ende seines Lebens ein bisschen so etwas wie ein „SJW“ gewesen wäre.
Mir ist nur aufgefallen, dass der Account des Toten selbst nach dessen Ableben munter weiter twitterte und vermutete gleich seine nicht minder geschäftstüchtige Ehefrau dahinter – und fand dass nicht dies, aber irgendwelche gesonderten Äußerungen als pietätlos skandalisiert wurden eher beispielhaft für die Peinlichkeit der gesamten „Szene“ (Videospielpresse und Videospiel-„Social“ Media mal zusammengefasst). Als Ausdruck fortlaufender moralischer Bankrotterklärungen in diesem Bereich.

Grundsätzlich nur so viel: ich halte die Politisierung des Mediums eher für eine Schein-Politisierung, bei der es weniger um Politik als um Repräsentation geht.
Spiele finden als Spiele immer weniger Akzeptanz, weil Fiktionen als solche immer weniger akzeptiert werden. Viele Menschen wollen als besagte Subjekte, oder zumindest reden (soziale) Medien das vielen Menschen ein, keine Rollen mehr in ihren Leben spielen (nicht mehr performativ auftreten -müssen-), sondern überall „sie selbst sein“ (können). Deshalb nehmen sie Spiele neuerdings auch so sehr an die Hand, wie Kleinkinder – es ist eine umfassende Infantilisierung diesbezüglich im Gange: Robert Pfaller spricht in diesem Zusammenhang auch von dem kulturellen Verschwinden einer Erwachsenensprache, mehr oder weniger durch den (sogar noch zunehmenden) Einfluss der Generation Snowflake aus Nordamerika. Und diese -neuen- Menschen wollen ihrem eigenen neu(gewonnen) Selbstverständnis nach zu urteilen auch in Videospielen dann in erster Linie Geschichten und Figuren mit denen sie sich (selbst) identifizieren können, die ihnen im realen Leben persönlich ähnlich wären usw. usf.
Das beginnt etwa schon beim Begriff „Trope“, der aus meiner Sicht (wiederum aus Nordamerika sich verbreitend) meist total unsinnig verwendet wird.
Möglich wäre, dass ein starkes Europa sich dem mit anderen „Werten“ normativ entgegenstellt (wo tatsächliche und größtenteils nicht bloß eingebildete Vielfalt wirklich gelebt wird), doch leider befindet sich die europäische Einigung ja selbst in einer Krise.‘

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