E3 2018: vor „EA Play“ (Electronic Arts)

In weniger als anderthalb Stunden ist es soweit und die diesjährige E3 beginnt indirekt mit der inoffiziellen Pressekonferenz von EA: so unklar wie die diesjährige E3 allgemein ist, so fraglich ist es auch wie sich ausgerechnet dieser Konzern im Vorfeld jetzt zu präsentieren und positionieren gedenkt – das gesamt Jahr 2017 dürfte für die Firma mit der schlechtesten öffentlichen Wahrnehmung der gesamten Branche schließlich nochmal eine beispiellose PR-Misère bedeutet haben, das heißt nicht nur das Debakel mit „Loot“-Boxen als vermeintliches Glücksspiel Ende des Jahres in ihrem jüngsten „Battlefront“-Shooter, wonach den „sozialen“ Medien zufolge Disney sogar erwogen haben soll die „Star Wars“-Lizenz zu entziehen, sondern schon im Frühjahr das Fiasko um „Mass Effect – Andromeda“. Nicht zu vergessen die Turbulenzen um das „Star Wars“-Abenteuerspiel von Amy Hennig, obwohl Hennig bei den Podiumsdiskussionen von Geoff Keighley heuer zugegen sein soll: alles meiner Minderheitenmeinung nach immer noch ungerechtfertigte Skandalisierungen, übertriebene Vorwürfe usw.? Ja, teilweise: zumindest fragwürdige DLC-Politik betrieb die Konkurrenz schon lange vorher, ohne dass dies die Videospieljournaille und/oder deren Publikum groß aufgeregt hat – vor allem da im Videospiel-„Kosmetik“bereich DLCs die Leute sozial bekanntlich grundsätzlich nicht „bewegen“ sollen. „Mass Effect – Andromeda“ ist ein zwar weitgehend uninspiriertes, aber nichtsdestotrotz tolles Spiel zu dem ich in den kommenden Jahren immer wieder zurückkehren wollen werde – weil ich das zugegeben sehr ähnliche „Dragon Age – Inquisition“ außerordentlich mag. Und Millionen hat der „Tiberium“-Konzern schließlich bereits früher bei der Entwicklung von Spielen in den Sand gesetzt, mit oder ohne Steven Spielberg, sodass ein weiterer interner Franchise-Fehlschlag nach „1313“ eigentlich selbst Disney dabei einkalkuliert hätte können.

Richtige Probleme hat das neuerdings so sehr um politische Korrektheit bemühte EA dennoch: bei „Battlefield V“, das Konzepte um Egalität und Diversität in eine höchstens formal unkenntlich gemachte Naziarmee Mulitplayer-mäßig hineinfantasieren dürfte – bei „Anthem“, das letztes Jahr auf der Messe als „Destiny“-Klon im „Avatar“-Kleid daherkam (mir ganz und gar nicht wie ein BioWare-Spiel vor) – und letzten Endes in ihrer gesamten Sportsparte: neue Ableger der „Skate“ und „Street“-Reihen sind dort längst überfällig, auch ein neues „SSX“ wäre (trotz „Steep“) nicht schlecht, aber macht das alles finanziell überhaupt noch Sinn? EA Sports begleitet mich seit nunmehr 25 Jahren, seit ich mir damals zu Weihnachten das erste „NHL Hockey“ von meinen längst verstorbenen Großeltern schenken ließ. Doch von „NHL“ fehlt auf der E3 schon länger jede Spur, der letztjährige neuerliche „NBA“-Versuch 2K Paroli zu bieten hat mir persönlich zwar sehr gut gefallen, dürfte ökonomisch aber ebenso eine Niederlage gewesen sein wie – so wie dass um ein „Madden“ seit gefühlten drei Jahren kein Hahn mehr kräht (trotz letztes Jahr meiner Meinung nach weitaus stärkerem Story-Modus als beim sentimentalen „The Journey“ von „FIFA“, sensationeller Technik inklusive). Am Ende bot sogar mir „FIFA 18“ letztes Jahr, abgesehen von der „Switch“-Version, zu wenig Neuerungen.

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