Zu Grafikkarten und Christian Huberts

Replik: ‚Auf meinem MacBook Pro hier, mit dem ich auch gerade wieder schreibe, konnte ich vor über fünf Jahren das damals aktuelle „Borderlands 2“ mit dem verbauten HD 4000 problemlos spielen. Ich war damals ganz enthusiastisch deswegen.

Das Problem ist eher, dass Intel seither (seit Iris etwas später) nichts mehr getan hat. Im Gegenteil: auf eigentlich beispiellos skandalöse Weise wurde die Grafikleistung vieler Onboard-Chips noch zurückgefahren – mit dem Ergebnis dass etwa der auf meinem neuen Windows 10-Notebook mit i5 der achten Generation (schon in Konkurrenz zum Ryzen) nicht besser ist als der alte hier. Nur im „Journalismus“, da gab es keinen „Aufschrei“ deswegen.

Doch über die neue Onboard-Qualität bei AMD habe ich jetzt schon viel Gutes gehört, nur kann ich sie leider nicht persönlich beurteilen.

Trotzdem: ja. „Einfach nur Ja.“

Eine Welt ohne Grafikkarten ist auch immer noch mein Traum – zwar kaufe ich selbst wieder welche, aber mit nicht wenig Schamgefühlen…‘

Kommentar: ‚Bloß wird dieses, mit Verlaub, überaus selbstgerecht wirkende Geschreibsel mit astronomisch hohem Fremdschäm-Wert (oder ist er doch eher astrologisch orientiert?) der Problematik kaum gerecht. Das beginnt etwa schon damit, dass im Text mit Hipster-

und/oder Trend-Vokabular nur so um sich geworfen wird, das meinem Dafürhalten nach einfach nicht allgemein verständlich sein kann – nicht nur nicht verstanden werden will.
Auch verkennt es, dass der Shop selbst (und nicht nur in der Community) Titel wie „IS Defense“ anbietet, mit einem wahren Sammelsurium „allpolnischer“ und etwa fremdenfeindlicher „Erfolge“. Und es berücksichtigt auch nicht, dass die „Festung Europa“ mittlerweile europäischer Mainstream wurde.
Stattdessen entsteht der linksbürgerliche Eindruck, dass mit der Plattform Steam und der damit verbundenen Kultur der Autor sowieso und überhaupt nichts gemein hat. Dafür mit einem Milieu, das Applaus spendet wenn EA NS-Sexismus und Rassismus für den Multiplayer-„Spielspaß“ umdeuten?‘

Repliken: ‚Ich wünschte mir schon sehr lange einen solchen Artikel. Er war leider mehr als überfällig.

Nur wohl nicht ausgerechnet von diesem (mir schon sattsam bekannten) Autor – der mal so, dann wieder anders schreibt.

Allein dass mit dem deutschen „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ argumentiert wird, bei einer österreichischen Zeitung, ist mehr als bedenklich – zumal er auch überhaupt nicht erklärt von welcher Organisationsstruktur da berichtet wird: Valve ist keineswegs dezentral organisiert, nicht einmal ein börsennotiertes Unternehmen, und operiert global zentral aus Washington State. Dass sie keine Nazis sperren wollen, sondern höchstens Nazi-Software als Produkte, hängt dann mit der libertären Unternehmensphilosophie zusammen. Und andere Plattformen sind auch kuratiert, wobei Steam vor allem mit Quantität/Qualitätskontrolle Probleme hat.

(…)

Ich wusste nicht einmal wer dieser „Pepe“ überhaupt sein soll.
Offenbar handelt es sich jedoch um einen Frosch, analog zu „Kuma“, jenem Bären der mit Pädophilie assoziiert wird. Wer dermaßen unkritisch von Internetbildern als soziologischen Bedeutungsmustern erzählt hat sich für mich bereits hoffnungslos disqualifiziert – ein trauriges Armutszeugnis für Qualität in den Medienwissenschaften (der Autor ist nebenbei schließlich auch als McLuhan-Experte bekannt geworden), nicht nur im Journalismus.
Von der verwendeten Fäkalsprache samt dieser ganzen Beschimpfungen völlig zu schweigen. Einfach nur menschenverachtend und, im Sinne Pasolinis, billigster Antifaschismus. Hass mit nichts anderem als eigenen Hass zu begegnen. Verabscheuungswürdig!‘

Nachlese – Huberts bezichtigt in diesem Beitrag nun „Hearts of Iron“ und „Crusader Kings“. Ich persönlich kann – vielleicht bekannt -, (und auch nur) wenn man so will, das „Geschichtsbild“ von „Crusader Kings“ auch nicht leiden, und möchte den Titel deshalb selbst geschenkt nicht in meiner Steam-Bibliothek haben (im krassen Unterschied zu Titeln wie dem äußerst unterhaltsamen „Panzer Corps“, dem hoch intelligenten „Material Girl“, dem ziemlich amüsanten „Super Seducer“, oder neuerdings sogar „House Party“ – das in letzter Zeit wirklich große Fortschritte gemacht hat), halte aber auch nichts davon Geschichte (wie im Übrigen ebenfalls Menschen) auf irgendwelche Bilder zu reduzieren. Und erst wie in solchen Artikeln jedesmal der Begriff „Revisionismus“ (falsch) verwendet wird, oder besser: missbraucht wird.

Jeder Rassismus oder Kolonialismus in der Geschichtsschreibung wurde schließlich irgendwann (hoffentlich!) mal einem „Revisionismus“ unterzogen, denn früher war Geschichte hierzulande einfach etwa eurozentrisch – ist sie es erfahrungsgemäß heute leider häufig immer noch – und spätestens ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts oft auch rassistisch gefärbt. Von jeglichem Sexismus ganz zu schweigen.

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