Neuer Kommentar zu Olaf Zimmermann

Im VDVC-Forum: ‚Eine enge Verschränkung zwischen Wertschätzung und Kennzeichnung war schon seit 1994 (als die USK geschaffen wurde) festzustellen. Dann seit 2003 als die Kennzeichen rechtlich verbindlich wurden, und zuletzt als die Branchenverbände (heute wieder nur mehr einer) in den Kulturrat aufgenommen worden waren und damit die Anerkennung als „Kulturgut“ formal erfolgt ist: indem, wieder analog zur SPIO (Filmwirtschaft), gleichzeitig die Selbstkontrollen Bestandteil davon wurden, findet immer eine gewisse Form der Unterwerfung statt, welche die Musik- oder Literaturszene so jedenfalls nicht zu vollziehen hat.
Fakt ist, dass bei einer Indizierung dem Jugendschutz gegenüber der Kunstfreiheit in jedem Fall ein Vorzug gegeben wird. Und das ist dann halt das „kleinere Übel“.
Darüber hinaus ist in den letzten Jahren auch bei Videospielen eine Entwicklung feststellbar, die Parallelen zum Umgang mit dem letzten Film von Pasolini deutlich werden lässt: im Zweifelsfall wird eine strafrechtliche Relevanz zwar „aberkannt“, aber eine Jugendgefährdung bleibt trotzdem bestehen. So kann, mit Abstrichen, einerseits der Jugendschutz gewahrt bleiben, während andererseits die Freiheit der Kunst in gewisser Hinsicht dennoch erhalten bleibt – in den Neunzigern wurde schon früh mit einzelnen umstrittenen Filmen so verfahren (etwa „Natural Born Killers“, auch wenn – etwa bei der Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Natural_Born_Killers#Reaktionen -, weiterhin viel Unsinn steht, „Indizierung“ kein Phänomen wäre das außerhalb Deutschlands irgendwo auf der Welt auch nur irgendeine Entsprechung finden würde). Wobei im Filmbereich die Werke anerkannter KünstlerInnen häufig überhaupt nicht geprüft wurden, aus kommerziellen Gründen, vor allem Kurzfilme – auf kuratierten Plattformen für Indiespiele könnte das in Zukunft auch zutreffen. Man müsste sich die einzelnen Firmen hinter den Plattformen (wie Valve, Epic oder CD Project) einzeln ansehen, das heißt anhand ihres Verhältnisses zu USK und Kulturrat, um das letztlich beurteilen zu können.
Die Bedeutung der Konsolen mag zwar (weiter) zurückgehen, aber die Hersteller binden sämtliche Veröffentlichungen dort immer noch rigoros an den in einzelnen Ländern jeweils geltenden Kennzeichnungen. Wir hatten ja schon die Diskussion, dass PEGI nicht gleich PEGI ist und auch innerhalb der Organisation teils deutliche Abweichungen und Unterschiede existieren, aber Nintendo hat etwa hier in Österreich auf der Switch schon damit begonnen nicht mehr unbedingt alles prüfen (oder auch nur übersetzen) zu lassen was (aus Japan) so veröffentlicht wird. Selbst wenn diese Situation vielleicht nur vorübergehend zutreffen sollte, das heißt bis die nächsten Titel (dort) skandalisiert werden – der Jugendschutz scheint schließlich viel danach zu gehen was zu einem jeweiligen Spiel in einer überregionalen Zeitung/Zeitschrift stand: das war schon bei Doom3 damals nicht unbedingt anders, als nach den Attacken von Bernd Graff in der Süddeutschen das Add-On aus meiner Meinung nach immer noch ziemlich unerfindlichen Gründen abgelehnt wurde.‘ Nachlese

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