Immer noch: was „ist“ sozial angemessen?

Replik: ‚Für „gefährlich“ (im wie üblich negativen Sinne) erachte ich vielmehr über Erinnerungskultur dermaßen bestimmen zu wollen, dass nur eine einzige Form oder Möglichkeit davon „richtig“, angemessen oder sinnvoll wäre. Wobei die Integration von Symbolen für manche in Deutschland oder Österreich zwar ein „rotes Tuch“ darstellen mag, an der Wahrnehmung des Inhalts aber nicht unbedingt etwas ändern wird, das heißt eine negative Wahrnehmung etwa überhaupt noch verstärken könnte.

Über meine Arbeit erhielt ich im März diesen Jahres (also 2019) etwa eine Ausgabe der Zeitschrift „Zeitreise Österreich“ https://austria-forum.org/af/AEIOU/Zeitreise_Österreich zum Thema „Spiel“ und „Spielzeug“ von Ende 2017. Nur ein einziger Artikel beschäftigte sich daran bezeichnender Weise mit dem „digitalen Spiel“ und dieser suchte darin Computerspiele einzig und allein als Nazipropaganda zu kennzeichnen, wobei Shooter sogar dezidiert ausgeklammert werden sollten: nur über alte Taktik- und Strategiespiele vom PC, allesamt – jedenfalls soweit ich sie damals im März auf die Schnelle identifizieren konnte – erschienen um das Jahr 2000, also der eigentlichen Jahrtausendwende. Ohne zu erklären wie aktuell diese somit eigentlich wären…
Etwa „Panzer General IV“ (1999). Höchst selektiv selbst „Empire Earth“ (2001), das ja eigentlich von der Steinzeit handelt und nur ganz zum Schluss im Zweiten Weltkrieg spielt (wiederum ohne dieses Faktum auch nur mit einer Silbe zu erwähnen).
Ich sollte mir wohl mal die Mühe machen und den Artikel einscannen…

Schließlich besorgte ich mir schon letztes Jahr diese schmucke „Nazi“-Metallbox ^^ auf Amazon.de: https://www.amazon.de/Machtinstrumente-Dritten-Reich-Metallbox-DVDs/dp/B01NGTX2QU/ Man beachte wie die SS-Runen darauf so gestaltet sind, dass sie (selbst mit Jugendfreigabe!) noch erlaubt sind. Und immer wenn ich mich jetzt deprimiert fühlen möchte sehe ich mir ein paar weitere Minuten daraus an (ich hoffe sehr es reicht bis an mein Lebensende).

Also erstens: von wegen Multiplayer. Um keine Sozialadäquanz festzustellen reicht es offenbar schon Grand Strategy wie „Hearts of Iron“ zu haben, prinzipiell alles das nicht intendiert im Spieler, der Spielerin, ein Gefühl der Betroffenheit zu erzeugen und/oder das NS-Thema auf Technik- oder Militärgeschichte reduziert, abstrahiert etc. – alles so, dass die Shoah als „Elefant im Raum“ interpretiert „bleiben“ könnte (sic!).
Und zweitens ist genau das eben ein Unterschied zum populären (Dokumentar-)Film, etwa auch DVD-Boxen wie dieser hier https://www.amazon.de/Enzyklopädie-Kriegstechnik-Zweiten-Weltkrieges-Metallbox/dp/B079MXSS47/ Die Ungleichbehandlung weiterhin evident – vielleicht sogar mehr denn je, jetzt wo diese Einschränkung erstmals so (eindeutig) festgesetzt worden ist andere Titel möglicherweise Gefahr laufen bald überhaupt kein Kennzeichen mehr zu erhalten.‘

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