Zur Games-Subventionierung

Wieder im VDVC-Forum. Replik: ‚Ich denke die Kritik der Autorin geht an dieser Realität von Videospielen in Deutschland ohnedies komplett vorbei – was gerade auf der diesjährigen Gamescom (wieder) deutlich wurde: Yager sollte in Berlin ja irgendwann mal „Dead Island 2“ umsetzen – was aber jedenfalls irgendwie nicht funktioniert hat – setzt dafür offenbar lieber ihr eigenes (F2P?-)Ding durch. Wobei die kommerziellen (AAA-)Produktionen, welche da im Auge sind, im Land aus meiner Sicht überhaupt nicht entwickelt werden – in dieser Generation insgesamt auf der Welt aufgrund einer wohl unerwarteten Kostenexplosion schon überschaubar wurden (ein Trend der weiterhin anhalten dürfte). Und Videospiele als Service, wie sie anscheinend halt auch Yager erneut plant, halte ich ohnehin für keine Kandidaten dafür… Hinzu kommt im EU-Raum hoffentlich immer noch die europäische Ebene. Siehe CD Projekt (Red): „Blood & Wine“ wurde zwischen 2014 und 2017 dort etwa mit 150.000 Euro subventioniert https://ec.europa.eu/programmes/creative-europe/projects/ce-project-details/#project/565503-CREA-1-2015-1-PL-MED-DEVVG „Cyberpunk 2077“ taucht in der Datenbank (noch) nicht auf. Darüber kann schon mal nachgedacht werden meine ich, zumal sich große Spiele mit diesen Summen sowieso nicht finanzieren lassen. Ob andere, wie Quantic Dream in Paris unter der Ägide von Sony, oder Blue Byte nach der Übernahme durch Ubisoft, auch öffentliche Gelder kassiert haben, kann ich ebenfalls nicht sagen.
Die Frage bleibt was sich bezahlt lassen werden soll: das „Produkt“, oder der Standort? Und wenn Konzerne wie Sony vor ein paar Jahren „Shenmue 3“ bewerben, aber nicht bereit sind zu bezahlen – das lieber die „Crowd“ machen lassen – ergeben sich bei der Finanzierung von Videospielen noch ganz andere Probleme. Von einem „Star Citizen“ zu reden fange ich da gar nicht erst an.
Ich denke es sollten in erster Linie Inhalte gefördert werden, bei denen ein öffentliches Interesse besteht – und halte es bei diesem Sendungsbewusstsein da (ausnahmsweise) mit Gerd Bacher: unterscheide diesbezüglich strikt zwischen „public broadcasting“, und „commercial broadcasting“.

Nachtrag: nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen – bei „Trüberbrook“ bestand dieses öffentliche Interesse in jedem Fall, da das Spiel ein Deutschland abbildet wie es so noch in keinem anderen Videospiel davor zu sehen war. Ähnliches gilt für den Filmbereich: den Schulfilm, der kaum mehr als eine Aktualisierung der „Lümmel von der ersten Bank“ darstellt, hätte ich auch nicht gefördert. Genau das meinte ich mit meiner Kritik an den EU-Förderungen.Nachlese

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