Zur „Suche nach dem Bösen“

Kommentar im VDVC-Forum: ‚Manch ältere werden sich vielleicht noch daran erinnern wie RTL (1) dereinst über eine Videospielmesse in Deutschland berichtete – Stichwort Geruchsbelästigung. Insofern ist der Artikel einerseits schon erhellend, andererseits das offensichtlich zur Schau gestellte, mangelhafte Kulturverständnis doch wieder ziemlich erschreckend: da ist er nämlich einmal mehr, der alte Vorwurf der Spekulation mit niederen Instinkten, jene vorgebliche Kapitalismuskritik welche bei der Wahrnehmung von visuellen Medien bereits spätestens seit den Adenauer-Fifties zu beobachten ist. Und sehr verwunderlich, oder auch nicht: wieso wird da die ARD-Sportschau (Fortnite) angegriffen, was zum Sport- und Gewaltbegriff dort gesagt, aber nichts zur Tätigkeit des Autors beim ZDF (seit 2007) verlautbart. Ein Schelm…
Und ein Troma, ein Lloyd Kaufman, wären demnach analog – und ja, ich bestehe weiterhin auf diese Analogien – auch Firmen und Leute welche dem Ansehen des Mediums Film (oder zumindest Video als Ausdrucksform) massiv geschadet hätten, wenn er die Produktion von „Harvester“ mehrmals nennt, zumindest eines der ersten „Mortal Kombat“ und „Manhunt“ genau damit meint. Mich als Textarbeiter beschäftigt ja komplett gegenteilig vielmehr die Frage weshalb sich große Firmen von heute bei ihren Millionenbudgets und zunehmend schwieriger gewordenen, sowie immer langwieriger und mit Myriaden an Zulieferungen stets umständlicher werdenden Entwicklungsprozessen bei Videospielen als Service oft nicht einmal mehr in der Lage sehen Inhalte fertig zu stellen, welche auch nur etwas „angriffig“ erscheinen – sondern über Marketing-Maßnahmen wie Trailer lange vor Veröffentlichung zurückgepfiffen, „Street Fighter V“ fällt mir diesbezüglich spontan ein, wenn sich irgendjemand demonstrativ auf den Schlips getreten fühlt (im Sinne gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit). Andere sich selbst nach Veröffentlichung noch bemüßigt fühlen „Publikumswünschen“ gerecht zu werden („Mass Effect 3“, Nolan North statt Peter Dinklage in „Destiny“ und bald sogar absurd unpassende NPCs in „Fallout 76“). Oder weshalb seit „Destiny“ 2014 der Trend zu beobachten ist, dass amerikanische „Gewaltspiele“ für den nordamerikanischen Markt sowieso gleich auf ein Teen-Rating „spekulieren“ (etwa „Overwatch“, „Anthem“ und wieder „Fortnite“). Schließlich, mein absolutes persönliches Lieblingsthema, weshalb es eine Firma wie Nintendo mit „Splatoon“ geschafft hat Shooter-Mechaniken medial zu transportieren die überhaupt gleich keineswegs als „Gewalt“ gelten. Also: was tut diese Branche da bloß alles um öffentlichen Negativwahrnehmungen zuvorzukommen, oder um diese nachträglich zu „berichtigen“ – und mit welchen „Auswirkungen“, Folgen für die Integrität und die Glaubwürdigkeit des Mediums jenseits von auf der (politischen) Betroffenheitsklaviatur spielenden „Indies“, Serious- und Not-Games.‘

Fremder Text. P. S. in eigener Sache: da ich nach Facebook nun auch von Twitter blockiert werde, wird eine weitere öffentliche Verteilung meiner Beiträge zukünftig vermutlich gar nicht mehr gelingen. Glücklich also wer den Weg trotzdem hierher gefunden hat.

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