Kurzzeitgedächtnisse…

Kommentar: ‚“BioShock Infinite“ wurde jedoch gerade vorgeworfen, dass es (noch – oder besser, noch dazu) ein Shooter war/wäre, sowie (weiterhin zusätzlich) dass es die falschen Äußerungen (zu Politik und Geschichte) mitteilen würde. Sogar, dass in der Entwicklung praktisch die falschen Entscheidungen getroffen worden seien – in Deutschland etwa beim Spiegel. Und damit wurden genau dieselben Ressentiments gegen Genre(konventionen) verlängert, welche die Wahrnehmung des Mediums seit jeher plagen – etwa auch weshalb ein (auch nur theoretisches) Antikriegsspiel betroffen machen müsste, in Opferrollen drängen (so wie das überaus funktionalistische „This War of Mine“), aber nicht so sein könne wie jedes x-beliebige „Call of Duty“. Weil „Kritik“ angeblich „Distanz“ erfordern würde und nicht mit „niederen“ Instinkten „spekulieren“ könnte.
Wobei Schmähbegriffe wie „Walking Simulator“, ein Begriff welcher schließlich auch auf das Gameplay in „Death Stranding“ angewendet wird – so absurd diese Zuschreibung sein mag -, ihr Übriges zu diesen fatalen Wahrnehmungen beitragen. Ich denke: Kojima hat alles richtig gemacht, er hat sich mit den richtigen Leuten umgeben und dafür all jene Ressourcen genutzt welche ihm und seinem Team bei Sony offenbar zur Verfügung gestanden haben. Exzessiv.
Behaupte auch: er durfte gerade ein einziges Spiel machen – und er hat genau das richtige gemacht. Mit dem ganzen Geld das ihm und seinem Team dafür zur Verfügung stand ein riesengroßes „unabhängiges“ Spiel mit Showbiz-Personal gemacht, das sich deutlich von den abstrahierten und reduktionistischen kleinen „Indies“ sonst unterscheidet – deren hippen MacherInnen ich weitaus eher „Arroganz“ vorwerfen würde. Und so (ganz nebenbei) sogar bewiesen, dass sich Kommerzialität (wie über Product Placement) und ein gewisser Anspruch ebenfalls nicht ausschließen brauchen.
Ich wünsche mir jedenfalls, dass das Spiel wirklich ein zumindest moderater kommerzieller Erfolg wird – ähnlich wie die Quantic Dream-Spiele. Schade find ich nur, dass dieser Erfolg heuer „Control“ anscheinend schonmal nicht vergönnt war – welches, als „Shooter“, ideell auch nicht viel schlechter gewesen ist. Wo das Marketing von 505 (allein) komplett versagt haben dürfte, aber „Death Stranding“ hat ja wohl noch immer ebenfalls Sony im Rücken (für eine etwaige PS5-Umsetzung, vielleicht schon zum Launch in einem Jahr).‘

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