Neuer Kommentar zum (digitalen) Medienhandel

Im VDVC-Forum: ‚Der einzige Marktplatz welchen ich kannte, der nicht so funktioniert hat wie im Rest der Welt, war der eShop von Nintendo in Hong Kong: dieser war buchstäblich leer, dort wurden keine Produkte angeboten und konnten nur Keys eingelöst werden welche zuvor über eine externe Seite erworben worden waren. Zunächst richtete Nintendo dafür im Frühjahr 2018 ein Department im WhatsMall-Store ein. Bei https://www.whatsmall.com/ Ein Jahr später starteten sie (auch) einen eigenen Nintendo Store für Hong Kong. Ob es dafür, abgesehen von der wirtschaftlichen, auch eine rechtliche Komponente gab lässt sich im Nachhinein aber wohl noch schwerer beurteilen denn je, das heißt als zuvor – denn seit 17. Dezember ist jedenfalls auch diese exklusive Praxis Geschichte, gibt es in Hong Kong (und Südkorea, zusätzlich) einen „normalen“ eShop.

Der Nintendo-Launch in Mainland China letzten Monat zeigte auch, dass es selbst dort wenn dann immer nur um gesonderte Zahlungsmittel geht: wie WeChat Pay https://www.wirecard.com/de/payment-base/wechat-pay

Also jegliche Form der Überwachung findet sogar dort, wenn dann, anders statt. Nationale Identifikationssysteme abseits der jeweiligen Bezahlvorgänge wurden keine installiert – waren bei keiner Infrastruktur vorgesehen.
International kann deshalb durchaus auf eine informelle Losung hingewiesen werden: wer zahlen kann ist alt genug – und genau dieser Gedanke ist mit den Ideen im deutschen Jugendschutz formal garantiert nicht vereinbar. Dennoch ist genau das weiterhin für die Anbieter die einzige Handhabe Jugendschutz durchzusetzen.
In Deutschland hat Sony bereits Anfang des Jahrzehnts damit begonnen Jugendschutz an Bezahlformen zu binden – wie etwa ihre PlayStation Plus-Mitgliedschaften für Multiplayer auch für Singleplayer-Demos ab einer Altersfreigabe von USK-16. Vielleicht noch rigoroser in Japan: dort nutzt es auch nichts das Konto vorher mit Geld aufgeladen zu haben, was über Anbieter wie Play Asia einfach möglich ist (ähnlich wie über PayPal bei Steam) – nein, erst die Hinterlegung eines (in Japan gültigen!) Zahlungsmittels ermöglicht den Erwerb von CERO-Z-Produkten.

Wie auch immer die Einstufungen der Freiwilligen Selbstkontrollen, der Jugendgefährdung und strafrechtlichen Relevanz von unerwünschten Inhalten zu beurteilen sind, jedenfalls aber kam es im deutschen Medienhandel seit 2003 zu einer Liberalisierung: so bot Amazon im Deutschland der Nuller Jahre lange Zeit überhaupt keine USK-18-Titel an. Zunächst änderte sich das, als sie damit begannen eine Gebühr für das Post Ident-Verfahren einzuheben – was im Versandhandel wohl einfach möglich war. Mittlerweile ist es so, dass sie theoretisch jedes Produkt anbieten das nicht indiziert ist.

Die Struktur im Handel mit digitalen Gütern ist jedoch eine gänzlich andere: mir ist jedenfalls aktuell kein einziges Angebot mehr bekannt, das nicht so funktionieren würde wie anderswo auch, und das (nun historische) Beispiel der eShops in Südoastien zeigt eher, dass es wenn dann gar keine Angebote mehr geben wird – was ich im Zeitalter der Globalisierung für Deutschland nicht einmal in Erwägung ziehen würde.
Mag sein, dass über die deutsche Telekom der kleine deutsche Anbieter Gamesload so etwas einmal ausgiebig probiert hatte – wo ich früher mitunter meine ersten Downloads von Windows-Spielen erwarb: ich erinnere mich dunkel daran, dass sich dieser zumindest eine Zeit lang an die damals gerade in Mode gekommenen Internet-„Sendezeiten“ hielt (über das Rundfunk-Prinzip)… Diesen Anbieter gibt es aber in der Form schon seit über fünf Jahren nicht mehr und die heutige, mit Lizenzen ausgestattete Konkurrenz im Games-Bereich agiert samt und sonders nicht mehr dermaßen national, dass der Aufwand zu rechtfertigen wäre (geschweige denn sich lohnen würde).
Höchstens im Videobereich kann ich mir vorstellen, dass große Anbieter wie Netflix auf den Zug aufspringen würden und für Deutschland eigene Seiten einrichten, das heißt Firmen welche ihre Abonnement-Verwaltung auf den gesonderten Abspielgeräten sowieso nicht mittels App abwickeln.‘

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