Leserbrief an die GamePro

„Eine Bitte und Sascha Penzhorn“: ‚Hallo GamePro! Zunächst eine Bitte die Ihr hoffentlich konstruktiv finden werdet: ich mache mir, angesichts Eurer bevorstehenden Umfrage und den bislang dazu verlautbarten Meinungen (on- wie offline), ernsthaft Sorgen um die DVD. Behaltet die DVD bitte bei! Das gilt auch für Eure Konkurrenz, das heißt für sämtliche noch verbliebenen Verlage aus Deutschland (sind es eigentlich mehr als zwei?). Sollte es diese nicht mehr geben, werde ich keine Zeitschrift mehr regelmäßig kaufen. Und Euer Leser Miklos Bajus ist keineswegs der einzige, welcher sich an den Reportagen von Herrn Penzhorn stört. Mich haben sie jedenfalls auch schon vom Kauf abgehalten, oder ich habe deswegen wenigstens gezögert: seine Rezensionen mögen ja noch in Ordnung gehen, aber diese Artikel eindeutig nicht mehr. Und es ist nicht nur die Inszenierung seiner Frau/Freundin, oder die Angeberei mit seiner englischen Heimat, sondern vor allem die Themenauswahl – häufig nach dem Schema „die besten“ (Lifestyle-)Eindrücke von irgendwas aus Videospielen. Hauptsache es steht was im Magazin: das wirkt erzwungen und finde ich schlimmer als so manchen Repräsentationsaufsatz. Abgesehen davon sieht es wirklich nach Protektion aus. Vom Niveau her stelle ich mir eher so Texte wie den von Mario Donick in der aktuellen Ausgabe vor, das heißt auch welche die mal weit über Identitätspolitik hinaus gehen können. Apropos Identität: den absolute Tiefpunkt bei Herrn Penzhorn fand sich vor ein paar Monaten in Eurer Schwesternzeitschrift glaub ich, als es um das uralte PC-Spiel „Pool of Radiance“ ging und wie vorgeblich fortschrittlich die Darstellung von Transgender-Personen dereinst darin gewesen wäre: nein, war sie eindeutig nicht! Sondern ein schlechter Scherz auf fremden Kosten, wie er damals im stereotypen Umgang mit diesen Menschen leider üblich war. Das spottet jeder Beschreibung und ich bin alt genug um das beurteilen zu können: genauso gut könnte der berüchtigte Comic „Tim im Kongo“ als Ideal einer Repräsentation von Afrika herhalten! Solche Eindrücke sind zum sich Schämen geeignet, nicht Verweise auf öffentlich unliebsame Ernährung oder politisch nicht korrekte Sexualität – Verletzungen von Menschen wie mir um welche auch Penzhorn stets nicht verlegen zu sein scheint. Ich sage nur: kein Wunder, bei diesem (zur Schau gestellten) Privatleben!

Jürgen Mayer, aus Österreich‘ Nachlese

Nachtrag 13. März: die Retrospektive zu „Pool of Radiance“ stammt nicht von Herrn Penzhorn, sondern einem anderen Autoren. Asche auf mein Haupt und mea culpa: ich hatte die Reihe „Gaming Virgin“ mit einer anderen Artikelserie beim Computec-Verlag verwechselt.

Über pyri

PYRI / / (Pyri) / —— pyri. Steiermark/styria
Dieser Beitrag wurde unter "Kritik", Allgemein, Alltäglichkeiten, Almrausch-Urteile, Almrauschen, Alternative Lebensweisen, Amerika, Arbeitswelt und Realismen, Ästhetische Belange, BärInnendienste, Biologismus, Chauvis, Denkanstöße, Der Mayer ging zur Presse..., Deutschland, Freiheiten, In eigener Sache, Kapitalistische Verschärfungen, Materialismus, Post vom Mayer, Retrospektiven, Wirtschaft und Kulturelles, Wort zum Alltag abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Leserbrief an die GamePro

  1. Penzhorn schreibt:

    „Apropos Identität: den absolute Tiefpunkt bei Herrn Penzhorn fand sich vor ein paar Monaten in Eurer Schwesternzeitschrift glaub ich, als es um das uralte PC-Spiel „Pool of Radiance“ ging und wie vorgeblich fortschrittlich die Darstellung von Transgender-Personen dereinst darin gewesen wäre: nein, war sie eindeutig nicht! Sondern ein schlechter Scherz auf fremden Kosten, wie er damals im stereotypen Umgang mit diesen Menschen leider üblich war.“

    Du meinst nicht zufällig diesen Artikel hier? https://www.pcgames.de/Pool-of-Radiance-Spiel-15807/Specials/Klassiker-Rollenspiel-Geschichte-1322734/

    Ich meine, da steht zwar recht deutlich, dass er von Benedikt Plass-Flessenkämper und nicht von mir stammt, aber lass dich dadurch nicht von deiner Kritik abbringen. 😛

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s